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    <title>hanging lydia</title>
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    <description>I came home last night and read it again</description>
    <dc:language>de</dc:language>
    <dc:rights>Copyright 2008</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-03T12:02:00+00:00</dc:date>
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    <item>
      <title>&#8220;Das TamTam Grand Hotel&#8221;: The B&#45;Side</title>
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      <description><![CDATA[<div style="text-align:center"><img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tamtamgross.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="240" height="387" /></div>

<p>
Endlich ist es da, das zweite B&#252;chlein aus meiner Feder: &#8220;Das TamTam Grand Hotel&#8221;. 
<br />
Viele der Themen, die in meinem ersten Buch &#8220;Kr&#246;tenkarneval. Autobiographische Fiktionen&#8221; angerissen werden, werden im &#8220;TamTam&#8221; nochmals aufgegriffen, weiter- und zu einem Ende gedacht. Es ist, da als Erz&#228;hlung konstruiert, wahrscheinlich unterhaltsamer als der &#8220;Kr&#246;tenkarneval&#8221;, aber ebenso rigoros pers&#246;nlich wie ersteres. Da &#8220;Kr&#246;tenkarneval&#8221; sozusagen als Nebenprodukt der Arbeiten am &#8220;TamTam&#8221; entstand, und das &#8220;TamTam&#8221; auf den theoretischen und pers&#246;nlichen Grundlagen des &#8220;Kr&#246;tenkarnevals&#8221; aufbaut, lege ich den Lesern die Lekt&#252;re beider B&#252;cher ans Herz. Erst durch das zweite erschliesst sich die volle Bedeutung des ersten. In meinen Augen geh&#246;ren die beiden B&#252;cher zusammen.
</p>
<p>
Die Einheit der beiden B&#252;cher ist auch durch das Lektorat gegeben, das in beiden F&#228;llen <a href="http://turmsegler.net/"><b>Benjamin Stein</b></a> vorgenommen hat. Unerbittlich hat er darauf bestanden, mich nur mit dem besten zufrieden zu geben und hat mit unersch&#252;tterlich auf Verbesserungen gepocht, wenn ich selbst der &#220;berarbeitungen l&#228;ngst m&#252;de war. 
<br />
Ebenfalls aus derselben Hand stammen die Gesichter der beiden B&#252;cher. <a href="http://kerstinsklein.blogspot.com/"><b>Kerstin Klein</b></a> hat wie schon f&#252;r den"Kr&#246;tenkarneval" auch f&#252;rs &#8220;TamTam&#8221; das passende Cover angefertigt und ich kann ihr nicht gen&#252;gend daf&#252;r danken. 
<br />
Ein besonderer Dank geht auch an den Herausgeber <a href="http://www.abendschein.ch/site/weblog"><b>Hartmut Abendschein</b></a>, der seinen Verlag f&#252;r die Publikation dieses B&#252;chleins zur Verf&#252;gung stellte. Wieder einmal ist mir klar geworden, dass ein Buch in erster Linie ein Gemeinschaftsprodukt ist und die Bedeutung des Namens auf dem Cover v&#246;llig &#252;bersch&#228;tzt wird. 
</p>
<p>
Diese beiden B&#252;chlein werden f&#252;r unabsehbare Zeit das letzte sein, was Sie von mir werden lesen k&#246;nnen. Lebensumst&#228;nde und Schwerpunktverlagerungen zwingen mich, meine Online-Aktivit&#228;ten auszusetzen und all meine Energien darauf zu verwenden, offline einiges zu bewegen. Schreiben werde ich weiter, aber eben vorl&#228;ufig nur noch auf Papier. 
</p>
<p>
Bestellen k&#246;nnen Sie das &#8221;<b>TamTam Grand Hotel</b>&#8221; entweder <a href="http://www.etkbooks.com/tamtam.php"><b>>>> hier</b></a> oder <a href="http://www.amazon.de/Das-TamTam-Grand-Hotel-Erz%C3%A4hlung/dp/3905846047/ref=sr_1_6?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1224145616&amp;sr=1-6"><b>>>> hier</b></a>.
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Den &#8221;<b>Kr&#246;tenkarneval</b>&#8221; bestellen Sie am besten <a href="http://edition-neue-moderne.de/programm/prosa-inseln/kroetenkarneval/"><b>>>> hier</b></a>. 
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</p>]]></description>
      <dc:subject></dc:subject>
      <dc:date>2008-11-03T12:02:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Heiligenbilder</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/heiligenbilder/</link>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/kdi.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="420" height="110" />
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&#8220;Santinhos&#8221;, kleine Heilige also, werden sie genannt, die visitenkartengrossen Papierchen mit Foto, Namen und Wahlnummer der Kandidaten, die vor den Wahllokalen verteilt werden. Angesichts der zahllosen Kandidaten, die sich um die wenigen zur Disposition stehenden Gemeinderatssitze pr&#252;geln (hier in Rio waren es &#252;ber 1200 f&#252;r 50 zu besetzende Sitze), ist es unm&#246;glich, sich im Vorfeld der Wahlen ein fundiertes Bild aller Kandidaten zu machen. Man hat sie schon vor den Wahlen gesehen, auf Autoaufklebern und auf Fahnen, die am Strassenrand von verdungenen Gehilfen geschwungen werden. Aber es sind viele. Wie soll man sich da ein ganz bestimmtes L&#228;cheln mit der dazugeh&#246;rigen f&#252;nfstelligen Zahl merken? Da soll das Fernsehen Abhilfe beziehungsweise Klarheit schaffen, sagt der Staat und verordnet und berappt Wahlwerbung auf allen Kan&#228;len: F&#252;nf Sekunden f&#252;r jeden Kandidaten, direkt nach der Tagesschau. F&#252;nf Sekunden reichen f&#252;r einen Satz, ein Gesicht folgt in diesem Rhythmus auf das andere, zw&#246;lf pro Minute, und jedes verspricht dem W&#228;hler dasselbe Heil, ein besseres Rio. Da ist keine Zeit, um auf die gegen dieses Gesicht laufenden Gerichtsverfahren einzugehen, auch Jesus brach mitunter die Regeln und endete daf&#252;r am Kreuz. Um das zu verhindern, will jeder gew&#228;hlt werden, denn als Gemeinderat bieten sich einem zahllose M&#246;glichkeiten, sich das eigene Heil zu erkaufen. 
<br />
Die Heiligenbilder sind also die letzte Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Wie Konfetti werden sie vor den Wahllokalen ausgesch&#252;ttet. Es ist ein grosses, religi&#246;s anmutendes Fest. In einem Land, in dem Staat und Kirche offiziell getrennt sind, ist diese Praxis offiziell nat&#252;rlich verboten. Aber wer wagt es schon, sich in diesem Land gegen die noch immer &#252;berm&#228;chtige Kirche aufzulehnen? Gott sei Dank besitze ich das hiesige Wahlrecht nicht. Wie k&#246;nnte ich, im Wissen darum, dass die Politik jeden korrumpiert, guten Gewissens einem Heiligen meine Stimme geben?&nbsp;
</p>]]></description>
      <dc:subject>katalog der identit&#228;ten</dc:subject>
      <dc:date>2008-10-07T09:50:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Der bedeutungslose Gott</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/der_bedeutungslose_gott1/</link>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tc.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<small>06:59:</small>
</p>
<p>
&#8220;Je gr&#246;sser der Massstab - also je genauer die Karten den Ort abbildet
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durch mehr N&#228;he -, umso ungenauer wird sie in der Zeit.&#8221;
</p>
<p>
Dieser Satz steht in <a href="http://jequetepeque.twoday.net/">Ursula T. Rossel Escalante S&#225;nchez&#8217;</a> noch unver&#246;ffentlichtem Roman. Als ich ihn las, geriet ich ganz aus dem H&#228;uschen, weil er sehr sch&#246;n und pr&#228;zise ein Problem nicht nur - wie mir sp&#228;ter bewusst werden sollte - der Kartographie benennt. Seit der Lekt&#252;re dieses Satzes laufe ich nun unruhig und beunruhigt in der Gegend herum und irre zunehmend mich verlierend im Gewohnten umher. 
<br />
Das Gewohnte ist eine Karte, die wir erstellen, um uns im Alltag zurechtzufinden. Sie ist sehr ungenau, eine unpr&#228;zise Darstellung unserer Umwelt, auf der weniger konkrete Anhaltspunkte als vielmehr vom H&#246;rensagen Entlehntes verzeichnet ist. Wir f&#252;llen sie mit Bedeutungen, die sich aus unkontrollierten und un&#252;berpr&#252;ften Assoziationen zusammensetzen. Je genauer wir jedoch hinschauen, umso bedeutungsloser wird, was wir f&#252;r bedeutend halten. Je genauer wir hinschauen, desto klarer entpuppt sich unsere Karte als Darstellung unserer Ideologie. Worin wir uns bewegen besteht nicht aus geographischen Koordinaten. Wir bewegen uns im Vagen.
<br />
Eine Gr&#246;sse gibt es, die dieses Konstrukt vager Zeichen konstant von innen heraus bedroht. Ich nenne sie Gott. Gott als das Undefinierbare ist auch Gott als das Bedeutungslose (das Zeichen ohne Definition ist auch das Zeichen ohne g&#252;ltige Interpretation und somit das Zeichen ohne Bedeutung, das Schwarze Loch im Zeichenuniversum). Je n&#228;her wir ihm kommen, umso mehr verlieren die &#252;brigen Zeichen an Sch&#228;rfe und das Vage unserer Existenz wird offenbar. Finden wir ihn, verlieren wir uns. Denn in seiner unmittelbaren N&#228;he gibt es keine Wertung, keine Bedeutung, keinen Inhalt, kein Zeichen mehr. Hierin liegt der wahre zerst&#246;rerische und als willk&#252;rlich erfahrene Charakter Gottes begr&#252;ndet. Das ist der Grund, weshalb es dem Menschen untersagt ist, Gott zu sehen. Kein Mensch, der Gott sieht, kann leben, heisst es in den Heiligen Schriften. Der Mensch braucht Bedeutung, um Leben zu k&#246;nnen. Seine gr&#246;sste Bedeutung aber ist sein K&#246;rper. Nimmt man ihm jede Bedeutung, nimmt man ihm seinen K&#246;rper. 
<br />
(Kein Wunder stemmen sich die Religionen mit Dogmen und Lehren gegen diesen Gott, indem sie ihm Definitionen aneignen, mit der Absicht, ihn zu z&#228;hmen. Der gr&#246;sste Kunstgriff der Christen bestand darin, Gott durch seinen Sohn einen K&#246;rper zu verleihen: der k&#246;rperliche (menschliche) Gott <i>braucht</i> - wie jeder andere Mensch - Bedeutung. Durch Christus wurde Gott definierbar gemacht. Der Mystiker weiss, dass der Gl&#228;ubige Gott nicht suchen darf. Deshalb r&#228;t er ihm unter anderem zur Nachahmung Christi.)
<br />
Hier&#252;ber einen Roman zu schreiben, &#252;ber einen, der sich dem Rat der Mystiker widersetzt - dies schwebt mir vor. Aber das kann ich nicht tun, ohne selbst mich auf die Suche zu machen. Es ist ein suizidales Vorhaben, es sei denn, Gott erweist sich als etwas ganz anderes, als von mir vermutet. Dann h&#228;tte ich unwahrscheinliches Gl&#252;ck gehabt.
</p>
<p>
Heute finden in Brasilien regionale Wahlen statt. Es werden Stadtparlamente und B&#252;rgermeister gew&#228;hlt. Hat man sich w&#228;hrend den letzten Monaten die staatlich verordnete Wahlwerbung am Fernsehen direkt nach den Nachrichtensendungen angeschaut (man kam kaum darum herum, denn sie wurden zeitgleich auf ALLEN Fernsehkan&#228;len ausgestrahlt), hat man eine erste Ahnung davon bekommen k&#246;nnen, welchen Horror Bedeutungslosigkeit verbreiten kann.
</p>
<p>
Mein K&#246;rper ist das einzige, was ich Gott entgegensetzen kann. Es ist das einzige, was Bedeutung hat, weil es hungert, d&#252;rstet, liebt. Der Eindruck, der Mensch sei Gott unterlegen, beruht auf einem trompe d&#8217;oeil: Wir messen unseren Geist mit dem Geist Gottes. Richtigerweise m&#252;ssten wir unsere Natur mit der Natur Gottes messen und da b&#246;te sich ein drastisch anderes Bild. 
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</p>]]></description>
      <dc:subject>tempo / tempo</dc:subject>
      <dc:date>2008-10-05T10:43:01+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Fr&#252;hlingsbeginn</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/fruehlingsbeginn/</link>
      <guid>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/fruehlingsbeginn/#When:09:30:00Z</guid>
      <description><![CDATA[<p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tc.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<small>06:33:</small>
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Seit wir (das heisst, meine Frau und ich) beschlossen haben, unsere Zelte in Brasilien doch nicht &#252;berst&#252;rzt abzubrechen, bin ich auf Jobsuche. Der Arbeitsmarkt ist in Brasilien nicht schlecht, zumindest was hochqualifiziertes Personal angeht. Mein Dossier befindet sich bereits in vielen H&#228;nden, sowohl hier in Rio als auch in S&#227;o Paulo und Umgebung. Mir ist aber bewusst, dass es nicht einfach wird, eine Stelle zu finden, die meinen (auch finanziellen) Anspr&#252;chen gen&#252;gt. Ich will hier jedoch nicht &#252;ber Arbeitssuche und -markt schreiben, sondern &#252;ber die direkten und bereits jetzt zu beobachtenden Auswirkungen berichten.
<br />
Seit ich meine Stellensuche begonnen habe, bemerke ich eine (f&#252;r mich &#252;berraschende) Verlagerung meiner Perspektive und damit auch meiner Befindlichkeit. Es ist, als habe sich meine Energie mit einem Schlag verdichtet, als sei sie nahezu fassbar geworden. Ich f&#252;hle mich k&#246;rperlich ungeheuer pr&#228;sent, alle Kr&#228;fte scheinen auf das eine Ziel ausgerichtet. Das ist gut und f&#252;hlt sich auch gut an. Zu Beginn verunsicherte es mich, da ich feststellte, dass ich in diesem Zustand nicht schreiben kann (man sieht es an der Zahl der Weblogeintr&#228;ge, die sp&#252;rbar abgenommen hat). Die Sensibilit&#228;ten eines Autors vertragen sich schlecht mit dem Killerinstinkt eines Jobsuchenden. Mittlerweile habe ich mich daran gew&#246;hnt und kann dem auch Gutes abgewinnen. Als Autor hat man kaum eine &#220;berlebenschance. Und ich WILL leben. 
<br />
Arbeitssuche ist in der heutigen Zeit eine sprachliche Angelegenheit ist, die direkte Auswirkungen auf den K&#246;rper hat. Ich hege den Verdacht, dass es keine tiefere und kraftvollere Bedeutungsebene als die k&#246;rperliche gibt.
<br />
Die Zeit dr&#228;ngt. Das Wetter scheint dies zu sp&#252;ren und tut, was es will. Der Fr&#252;hling hat begonnen.
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</p>]]></description>
      <dc:subject>tempo / tempo</dc:subject>
      <dc:date>2008-10-01T09:30:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Das Zeichen Gottes</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/das_zeichen_gottes/</link>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/me.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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Ich kam vor einer Woche an einer katholischen Kirche vorbei, nichts prunkvolles, ein einfacher Bau, in dem es von fr&#246;hlichen Menschen wimmelte. Wie immer, wenn ich an religi&#246;sen Verantstaltungen gerate, packt mich die Neugierde, und so betrat ich das Geb&#228;ude. Ein Priester kam strahlend auf mich zu, stellte sich mir mit dem Namen &#8220;Jes&#250;s&#8221; vor (der Pater kommt urspr&#252;nglich aus Chile), ich machte irgendeinen Spruch &#252;ber den &#8220;Sohn Gottes&#8221;, da wurde Jes&#250;s ernst und meinte: &#8220;Aus gutem Grund nennen wir uns Christen und nicht Gottesfolger. Wir &#252;ber uns in der Nachfolge eines Menschen. Wir suchen nicht die Gottes-, sondern die Christus&#228;hnlichkeit.&#8221; Wir gerieten in eine Debatte &#252;ber die Gottessuche, Jes&#250;s sch&#252;ttelte immer wieder den Kopf. Schliesslich aber sah er ein, dass meine Faszination nicht dem Menschen Jesus galt, sondern seinem Vater. Da schrieb mir Jes&#250;s gross ein Wort auf ein Blatt Papier und reichte es mir. &#8220;Wenn du Gott suchst, hier findest du ihn&#8221;, sagte er und f&#252;gte hinzu: &#8220;Ich habe dich gewarnt.&#8221;
</p>
<p>
Seither h&#228;ngt das Tetragramm &#252;ber meinem Schreibtisch. Es befremdet mich. Ich verziehe mein Gesicht zu einer Grimasse, wenn mein Blick darauf f&#228;llt. 
</p>
<p>
Dar&#252;ber einen Roman zu schreiben, dar&#252;ber, wie ich mich auf die Suche nach der Bedeutung dieses Zeichens mache - seit einer Woche denke ich dar&#252;ber nach, wie sich dieses Vorhaben in die Tat umsetzen liesse, ohne meine Familie dadurch in Gefahr zu bringen.&nbsp; 
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</p>]]></description>
      <dc:subject>d&apos;accord</dc:subject>
      <dc:date>2008-09-28T10:47:01+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Maskerade</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/maskerade/</link>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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Nicht nackt wird der Mensch erkannt, sondern in den Verkleidungen, die er w&#228;hlt. Ein Roman, der mich schonungslos aufdeckte, d&#252;rfte also nicht von mir erz&#228;hlen, sondern von dem, was mir fremd ist. Von Vertrautem d&#252;rfte nicht die Rede sein, denn das, womit ich mich t&#228;glich umgebe - darin l&#228;sst sich&#8217;s gut verstecken. In der Fremde, so meine Erfahrung, gebe ich mir die &#228;rgsten Bl&#246;ssen. Dort, wo ich, um zu &#220;berleben, Zuflucht in der Maskerade suche. 
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</p>]]></description>
      <dc:subject>d&apos;accord</dc:subject>
      <dc:date>2008-09-23T11:33:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Das Buch, kr&#228;ftig an die Wand geworfen</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/das_buch_kraeftig_an_die_wand_geworfen/</link>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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Heute, beim fr&#252;hmorgendlichen Schreiben, versp&#252;rte ich den Drang, einen Roman zu verfassen, in dem so viel von mir drinsteckt, dass es ausreichen w&#252;rde, das Buch einmal kr&#228;ftig an die Wand zu werfen, um mich umzubringen.
<br />
Der Drang h&#228;lt an.
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</p>]]></description>
      <dc:subject>d&apos;accord</dc:subject>
      <dc:date>2008-09-21T12:21:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Wenn das alles ist (Ende)</title>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/ft.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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Wenn ein Bus &#252;ber die Kreuzung gefahren und es wieder still geworden ist, lauscht Vin&#237;cius hin&#252;ber in die lichterlose Nacht. Wenn schon nichts zu sehen ist, es m&#252;sste doch zumindest etwas zu h&#246;ren sein, denkt er. Leben verursacht L&#228;rm, das weiss er nur zu gut, seit er das erste Mal Vater wurde. Leben ist keine leise Sache. In der Dunkelheit da dr&#252;ben halten sich Menschen auf. Sie leben da, es m&#252;sste doch was von ihnen zu h&#246;ren sein. Aber so angestrengt er auch hinhorcht &#8211; es dringt nichts, nicht das geringste Ger&#228;usch an seine Ohren. 
</p>
<p>
M&#246;glicherweise, denkt er jetzt, bin ich der einzige, der diese Dunkelheit sieht. M&#246;glicherweise ist diese Finsternis dieselbe, die meine Frau sah, als sie die Augen schloss. Vielleicht ist so der Tod: ein dunkler, stiller Raum, der sich in unseren Augen auftut und die Welt daraus verdr&#228;ngt. 
</p>
<p>
Da steht Vin&#237;cius also noch immer an derselben Kreuzung, w&#228;hrend &#252;ber seinem Kopf gelb eine Ampel blinkt. Nun kommen auch keine Busse mehr vorbei, wer noch nicht nach Hause zur&#252;ckgekehrt ist, wird die letzten Stunden der Nacht auf einer Parkbank verbringen oder auf den Stufen des Regierungspalastes, schlafen l&#228;sst sich&#8217;s schliesslich nicht nur im eigenen Bett. Still ist es jetzt nicht nur auf der gegen&#252;berliegenden Strassenseite. Still ist es jetzt trotz der Lichter auch da, wo Vin&#237;cius steht. &#220;ber seinem Kopf blinkt die Ampel, zu seiner Linken und zu seiner Rechten erstreckt sich eine Lichterzeile von Strassenlampen und demarkiert so die Grenze zwischen der dunklen und der schlafenden Stadt. Wenn das alles ist, was den Unterschied ausmacht, Lichter, die hier brennen, dort aber nicht &#8211; wartet dort etwa seine Frau auf ihn? 
</p>
<p>
Vin&#237;cius beschliesst, auf Nummer sicher zu gehen. Vorsichtig trennt er die kleine Gl&#252;hbirne im Wageninnern von der Batterie, setzt sich unter der blinkenden Ampel neben seinen nun ebenfalls dunklen Laden aufs Trottoir und wartet geduldig auf den Sonnenaufgang.&nbsp; 
<br />
 
<br />
 
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</p>]]></description>
      <dc:subject>finis terrae</dc:subject>
      <dc:date>2008-09-21T08:35:00+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Kangerlussuaq ist nicht, was es scheint</title>
      <link>http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/kangerlussuaq_ist_nicht_was_scheint/</link>
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      <description><![CDATA[<p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/rpl.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kangerlussuaq">Kangerlussuaq</a> ist, gem&#228;ss Wikipedia, ein kleines Kaff in Gr&#246;nland mit ca. 600 Einwohnern. Aus der Luft sieht es aus wie ein Armeest&#252;tzpunkt. Da reiht sich in Glied Baracke an Baracke wie dreckige Striche in einer weissen W&#252;ste. So scheint&#8217;s zumindest auf den ersten Blick.
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Ursula T. Rossel Escalante S&#225;nchez sieht das etwas anders. Vom Schreibtisch ihres Postamtes in Ultima Thule und auf ihren Expeditionen ins gr&#246;nl&#228;ndische Eis richtet sie ihr Augenmerk immer wieder auf das Offensichtliche - und sieht, was anderen verborgen ist.
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Magie - das ist, was sie mir beibrachte - eine Frage des genauen (nicht des b&#246;sen) Blicks. Und wer genau hinschaut, dem zerf&#228;llt gelegentlich die Wirklichkeit auf der Netzhaut. Altbekanntes wird fremd, Undenkbares m&#246;glich, und Dinge, die bislang nur rapportierten, werden pl&#246;tzlich selbst zum Gegenstand des Rapports. 
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Ich hatte mir eine Reihe von Notizen herausgeschrieben, die Frau U.T.R.E.S. auf ihrem <a href="http://jequetepeque.twoday.net/">Weblog</a> ver&#246;ffentlicht hat und die mir als besonders empfehlenswert erschienen. Die Liste wurde lang. Ich bin kein Freund von Listen, deshalb sei hier an ihrer Stelle ein langer Besuch (der garantiert nachdenklich machen, manchmal auch besinnlich stimmen, ein ander mal dem Leser auch das F&#252;rchten lehren wird) ihres Weblogs empfohlen. Der Leser nutze ihre Notizen als Einstimmung auf den Roman, der - so die G&#246;tter wollen - in wenigen Monaten erh&#228;ltlich sein wird. Ich durfte bereits hineinlesen und lernte schnell, Frau U.T.R.E.S. Buch auf dem Kopf stehend zu lesen. Es ist dies die einzige M&#246;glichkeit, die Lekt&#252;re zu &#252;berleben. Tut man es nicht, steht nach der Lekt&#252;re die Welt Kopf. Man beuge also vor und &#252;be.
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      <dc:subject>res publica litteraria</dc:subject>
      <dc:date>2008-09-20T14:29:00+00:00</dc:date>
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      <title>Solche Dinge (4)</title>
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Inzwischen hat sich der Verkehr beruhigt, die Menschen sind zu Hause angekommen, die Wagen stehen in den Garagen und V&#228;ter und M&#252;tter, von der Tagesarbeit m&#252;de, bereiten in den K&#252;chen das Abendessen zu und schlichten den Streit zwischen ihren Kindern. Gelegentlich f&#228;hrt noch ein Bus an der Kreuzung vorbei, an der Vin&#237;cius mit seinem Kr&#228;merwagen steht, und tr&#228;gt Schw&#228;rmer in die Nacht hinein. Das Stadtzentrum mit seinen Nachtclubs und Bars, in denen junge M&#228;nner die Kunst der Anmache erlernen und junge Frauen die Lust der Auswahl erleben k&#246;nnen, ist nicht weit. Vin&#237;cius beobachtet die Gesichter hinter den vorbeifahrenden, hell erleuchteten Fenster und erinnert sich an seine Frau. Dann ist der Bus auch schon vorbeigefahren und die Kreuzung wieder leer. &#220;ber seinem Kopf schaltet die Ampel ein letztes Mal um. Rot und Gr&#252;n erl&#246;schen und weichen f&#252;r die restliche Nacht dem blinkenden Gelb. K&#228;me jetzt ein Tourist daher, es b&#246;te sich ihm ein Bild, das er nicht zu st&#246;ren wagte: an einer verlassenen Kreuzung ein alter Mann, mit der einen Hand auf einen wunderlichen Wagen gest&#252;tzt, in dessen Innern ein kleines L&#228;mpchen &#252;ber tausend kleinen Dingen brennt. Mit der anderen Hand greift er sich an die Brust.
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Vin&#237;cius&#8217; Frau war keine wehleidige Frau gewesen. Nie hat sie &#252;ber Schmerzen geklagt, weder &#252;ber die heftigen R&#252;ckenschmerzen, die sie seit der Geburt ihres ersten Kindes plagten, noch &#252;ber den Schmerz im linken Arm, als sie den Infarkt gehabt hatte. Auch auf der Intensivstation hat sie nicht gejammert, obwohl die Verletzungen zahlreich waren und jeder sehen konnte, dass sie litt. Geduldig hat sie alles ertragen, die vergeblichen Eingriffe der &#196;rzte, die hilflosen Gesten der Schwestern. Aber als sie kurz vor ihrem Tod die Augen schloss und es dunkel wurde hinter ihren Augen, schrie sie auf. Solche Dinge gehen Vin&#237;cius durch den Kopf, w&#228;hrend er angestrengt etwas, irgendetwas in der Dunkelheit der gegen&#252;berliegenden Strassenseite zu erkennen versucht.&nbsp; 
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      <dc:subject>finis terrae</dc:subject>
      <dc:date>2008-09-20T08:40:00+00:00</dc:date>
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