Furchtbar

fühlt es sich an, wenn Jonathan Isliker erwacht. Viel zu früh zum Aufstehen, wie immer. Isliker wirft einen Blick auf den Wecker, zwei Stunden sollte er schon noch liegen bleiben, obwohl er weiss, dass mit Schlafen nichts mehr ist. Um fünf ist er auf, geduscht, angezogen, schnell noch einen Kaffee. Er schlüpft hinter das Steuer, lässt den Motor an, beugt sich weit vor, dass er die Kälte der Windschutzscheibe spüren kann. Ihretwegen liebt er sein Auto. Die Welt hinter Glas. Es regnet, er wird nicht nass. Das Tal zieht vorbei, Kühe muhen, Menschen sprechen an der Bushaltestelle miteinander, andere Autos kommen ihm entgegen, doch er hört nichts. Alles wegen dieser Scheibe. Hier, von ihr geschützt, kann ihm die Welt nichts anhaben. Die Kritik der Kollegen an seiner Person - hier trifft sie ihn nicht. Der Leistungsdruck am Arbeitsplatz - hier kann er darüber nur lachen. Isliker drückt aufs Gas. Die Welt zieht an ihm vorbei. Die Welt ist schön. 

Emmental |
Markus A. Hediger am 30.01.2007
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