Dunkle Busse einer Spezialeinsatztruppe
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Das Echo in der Medienlandschaft auf die offizielle Lancierung unserer brasilianischen Literaturzeitschrift „e_spaços“ ist überwältigend. Der meistgelesene Blogger Brasiliens hat darüber berichtet, Journalisten haben Beiträge versprochen und gestern führte ich ein Live-Interview für ein Radioprogramm, das landesweit ausgestrahlt wird.
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Bereits erhalten wir erste Texteinsendungen. Die nächste Herausforderung wird darin bestehen, unsere Zeitschrift in periodischen Abständen in den Medien zu einem Thema zu machen, damit das Interesse nicht abflacht. Die erste Ausgabe erscheint ja erst im November, eine Ewigkeit also bis dahin.
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Wir leben in einer nicht sehr noblen Gegend von Rio. Es sind einfache Menschen, die in der Nachbarschaft leben und gleich dahinter schieben sich Slums an den felsigen Hängen der umgebenden Hügel hinauf.
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Heute früh wollte ich fiebersenkende Zäpfchen für unsere Tochter kaufen (die Apotheke befindet sich gleich um die Ecke, gegenüber eines Supermarkts), als dunkle Busse einer Spezialeinsatztruppe der Polizei an mir vorbeirasten und in die Strasse einbogen, in der ich meine Einkäufe tätigen wollte. Die Strasse selbst war bereits abgeriegelt, überall standen schwerbewaffnete Polizisten in schwarzen Uniformen herum.
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Wie ich erfuhr, hatten Banditen den Supermarkt überfallen und zehn Geiseln genommen. Die Angelegenheit war schnell erledigt, niemand starb. Offenbar gelang es den Banditen, zu flüchten. Die Geiseln sind wohlauf.
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Ich habe zuvor schon von nächtlichen Schüssen in der Nachbarschaft oder in den umgebenden Slums berichtet. Sie blieben aber immer Laute, Lärm, eine unangenehme Verschmutzung der ohnehin schon lauten Stadt, aber nichts bedrohliches. Der Überfall auf ein Geschäft aber, das sich nur in hundert Meter Entfernung von unserer Wohnung befindet und an dem ich täglich vorbeikomme, hat der Bedrohung nun eine ganz andere Aktualität verliehen.
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Auch das ist Brasilien: Freundlichkeit und Wohlwollen auf der einen Seite, Skrupellosigkeit und Verzweiflung auf der anderen. Gegensätze.
