„Die Geschichte des Uhrenträgers“ von Michael Perkampus

Die Geschichte des Uhrenträgers führt in einem wilden Ritt aus einem Dorf im Schwarzwald voller kunstvoller Uhren und tickender Gestalten bis nach Strassburg. Wirkliches geht nahtlos über in Traumhaftes, wo der Realität Schnippchen geschlagen werden, damit sich verwirklicht, worum sich die Zeiger aller Uhren immer drehen sollten: die Liebe. Natürlich geht es auch um die Zeit, die in diesem Büchlein von 120 Seiten rasant vergeht. Es ist ein ausgesprochen gut gelauntes Buch, dicht und knapp erzählt, auch wenn es darin, wie oft bei Perkampus, um alles geht: Mit Nebukadnezar erreicht die Quantenphysik endlich auch den Schwarzwald.

Rhythmus spielt in Perkampus’ Geschichten immer eine wichtige Rolle. Das gilt auch für diese Erzählung. Es ist wichtig, dass der Leser nicht nur liest, sondern auch Perkampus’ Takt findet. Erst dann erschliesst sich auch die Grimmsche Sprache, in der hier von Franz Anton und Elise erzählt wird. Die Uhren des Uhrenträgers sind das Metronom, zu dem hier jazzig aufgespielt wird. Wer Perkampus schon einmal live an einer Lesung erlebt hat, hat sicher auch schon die Erfahrung gemacht, dass sich ein Text aus seiner Feder erst durch seinen Vortrag ganz erschliesst. Bei der Lektüre dieses Büchleins aber dachte ich zum ersten Mal: Diese Geschichte funktioniert hervorragend auch ohne ihn.

Lesen Sie es, gönnen Sie sich dieses Vergnügen.

Michael Perkampus, „Die Geschichte des Uhrenträgers“, 126 Seiten, nur EUR 9.90

Varia |
Markus A. Hediger am 14.03.2008
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