Wahlkampf

Dort, wo Pison, Gihon, Euphrat und Tigris sich teilen, sassen die Cherubim in einer der seltenen Pausen, die ihnen die Menschheit gewährte, vor den Bildschirmen und nahmen mit Genugtuung das Engelsgesicht des Kandidaten zur Kenntnis, der auf dem amerikanischen Kontinent in den Wahlkampf eingestiegen war. Sein Gesicht war hart, steinern fast, und verriet eine Prinzipientreue, die in diesen Zeiten - mehr denn je, meinten die Fernsehkommentatoren - gefragt und bitter nötig war. Der Kandidat sprach viel von GOtt, nicht von Engeln, was den himmlischen Heerscharen, die von Eden in alle Länder der Erde ausgeschwärmt waren, nicht ungelegen kam. Niemand sollte sie erkennen. In Mexiko erschienen sie in Touristengestalt einer achtzigjährigen Frau und versprachen ihr ein Kind. Sie lachte und jagte sie aus dem Haus.

am 01.02.2007

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