Verweile, du Dummkopf.
Texte anderer Schriftsteller falsifizieren die eigenen. Deshalb ist es wichtig, dass ein Schreibender sich Zeit nehme für fremde Lektüre. Sie befreit.
Was ich über das Phantastische bei Borges zum Beispiel hier schrieb, ist nicht länger gültig, seit ich mich wieder vermehrt mit Cortázar beschäftige.
Jede Entdeckung eines neuen Autors führt dem Leser vor Augen, wie ignorant er ist. Ein Leben ohne Robert Coover ist nicht vorstellbar. Bis vor Kurzem war es noch.
Für die Zukunft (die nahe, was Zeit angeht, die ferne, was Distanz betrifft) habe ich mir vorgemerkt: Aus “Mandrake spielt Schach” einen Roman zu schreiben. Das gibt ihm mehr Raum, sein Versagen wieder wettzumachen. Und: “Avenida Perdida"s Anspruch, mehrsprachig sein zu wollen, gerecht zu werden. (Nicht im Sinne eines zweisprachigen 1:1, sondern mehrsprachig im Text, versehen mit Fussnoten, in welchen freie Übersetzungen der nichtdeutschen Textpartien dem Leser als Hilfe angeboten werden.)
Wo früher eine Seite für eine Seite reichte, beansprucht sie jetzt mehr. Sie will Zeit. Deshalb gebe ich einem Satz nun eine ganze Seite, weil mir Zeit für mehr noch fehlt.
Morgen wird auf SkyRadio eine kleine Geschichte mit dem Titel “Gestern im Tam Tam Grand Hotel” erscheinen. Sie beinhaltet ein Rätsel. Wer es findet und in den Kommentaren die originellste Lösung anbietet, der erhält drei Tafeln Schweizer Schokolade (teilnahmeberechtigt sind Leserinnen und Leser aus Deutschland und Österreich. Und auch aus der Schweiz, wobei für diese der Gang in den nächsten Supermarkt auf einfachere Weise den gewünschten Erfolg bewirkt.)