Sally (2). Who Killed Daddy?
Etwas ist schief gelaufen. Der Tod deines Vater war nicht geplant, nicht vorgesehen, er kam zu früh. Ich empfinde Mitleid für dich, mehr noch, ich trauere mit dir. Als Schriftsteller glaube ich an eine Verantwortung des Schöpfers gegenüber seinen Geschöpfen – in deinem Fall habe ich ohnehin schon die Grenzen des Zumutbaren überschritten, habe dir Ungeheures abverlangt. Wie hätte ich dir mit gutem Gewissen den Vater, den einzigen Menschen, der dein Leiden zu lindern noch in der Lage war, nehmen können? Glaub mir, Sally. Als ich die Bilder des in Flammen stehenden Smithsonian in den Abendnachrichten sah und von deiner Flucht erfuhr, als ich dann – in höchstem Masse alarmiert – eine Freundin in Washington anrief und von ihr vom Tod deines Vaters erfuhr, wollte ich es nicht wahrhaben. Das konnte nicht sein! Ich brauchte deinen Vater lebend, um diese Geschichte anständig zu beenden. Doch jetzt ist er tot, und ich weiss nicht mehr, was aus dir werden soll. “Sei auf der Hut”, warnte mich die Freundin am Telefon, “Sally glaubt, du seist für den Tod ihres Vaters verantwortlich.”
Ich war es nicht, der deinen Vater tötete. Um es dir zu beweisen, habe ich mich aufgemacht, dich zu treffen. Während du auf deinem Weg an die Westküste eine Spur der Verwüstung durchs Land ziehst, sitze ich im Flieger nach Los Angeles. In Long Beach, wo wir uns das erste Mal begegneten, werde ich auf dich warten. Ich sorge mich um dich, ich sorge mich um diese Geschichte, weil ich nicht mehr weiss, wie sie enden wird.