Monologe. Bleib noch ein bisschen. (I)

Ich will wissen, wie es soweit hat kommen können. Was der Auslöser war.
Markus und ich schauen uns gemeinsam die Fotos aus dem Diaarchiv unseres Vaters an. Bilder aus unserer gemeinsamen Kindheit.
Markus sitzt widerwillig neben mir, er ist unruhig.
Erst als ich ihm sage: „Vielleicht hilft es auch dir aus deiner verfahrenen Situation“ und er „Wie denn?“ fragt und ich ihm antworte: „Vielleicht lasse ich dich danach gehen“, nimmt er das erste Dia auf und hält es gegen das Licht.


„Es konnte nicht gutgehen, das sah man damals schon und man sieht es noch immer auf diesem Foto“, sagt Markus zögerlich, als er sich das Bild anschaut. „Und ich sehe es erst jetzt.“
„Wünschst du, es wäre anders gewesen?“ frage ich.
„Wie könnte ich...“ antwortet Markus und schliesst die Augen.

[Fast wäre auch diese Rubrik im Archiv gelandet. Was bisher hier anhand des Bildarchivs meines Vaters untersucht wurde, wird nun weitgehend in der Rubrik “Ilha Bela” abgehandelt, aktueller erst noch und mit offensichtlicherem Bezug zu meinem Leben. Da erinnerte ich mich, dass ich auf dem ersten “Hanging Lydia"-Weblog (damals noch auf twoday.net) einst hiermit eine Geschichte begonnen, diese aber nie abgeschlossen hatte. Hier wird das Material überarbeitet wieder eingestellt und - wer weiss - sein Ende finden.
Addendum: Multiplizierungen des Ichs, schon damals ein Thema...]

am 20.04.2007

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