Labrador und der Totenkult. II

Zu den Hintergründen:

Was bleibt einem in einem kalten Land ausser der Erinnerung an die Toten? Kein Spaziergang durch die borealen Wälder, ohne dass man über die moosüberwachsenen Grabsteine seiner Vorfahren stolperte, kein Blick in den Himmel, ohne dass man in den Wolken den Ruhm vergangener Zeiten erblickte.
Die wenigen verbliebenen Lebenden wollen erinnert werden. Die Erinnerung ist das einzige, was bleibt, wenn man stirbt. Man bleibt als Erinnerung in den Köpfen anderer. Daher auch die Sorge, nicht erinnert zu werden oder - noch schlimmer - in schlechter Erinnerung zu bleiben. Daher auch die Lethargie, in die das Volk von Labrador gefallen ist: Lieber nichts tun, als dafür beneidet zu werden. Lieber tatenlos zusehen, als für seine Taten gehasst zu werden.

am 16.11.2006

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