Kangerlussuaq ist nicht, was es scheint
Kangerlussuaq ist, gemäss Wikipedia, ein kleines Kaff in Grönland mit ca. 600 Einwohnern. Aus der Luft sieht es aus wie ein Armeestützpunkt. Da reiht sich in Glied Baracke an Baracke wie dreckige Striche in einer weissen Wüste. So scheint’s zumindest auf den ersten Blick.
Ursula T. Rossel Escalante Sánchez sieht das etwas anders. Vom Schreibtisch ihres Postamtes in Ultima Thule und auf ihren Expeditionen ins grönländische Eis richtet sie ihr Augenmerk immer wieder auf das Offensichtliche - und sieht, was anderen verborgen ist.
Magie - das ist, was sie mir beibrachte - eine Frage des genauen (nicht des bösen) Blicks. Und wer genau hinschaut, dem zerfällt gelegentlich die Wirklichkeit auf der Netzhaut. Altbekanntes wird fremd, Undenkbares möglich, und Dinge, die bislang nur rapportierten, werden plötzlich selbst zum Gegenstand des Rapports.
Ich hatte mir eine Reihe von Notizen herausgeschrieben, die Frau U.T.R.E.S. auf ihrem Weblog veröffentlicht hat und die mir als besonders empfehlenswert erschienen. Die Liste wurde lang. Ich bin kein Freund von Listen, deshalb sei hier an ihrer Stelle ein langer Besuch (der garantiert nachdenklich machen, manchmal auch besinnlich stimmen, ein ander mal dem Leser auch das Fürchten lehren wird) ihres Weblogs empfohlen. Der Leser nutze ihre Notizen als Einstimmung auf den Roman, der - so die Götter wollen - in wenigen Monaten erhältlich sein wird. Ich durfte bereits hineinlesen und lernte schnell, Frau U.T.R.E.S. Buch auf dem Kopf stehend zu lesen. Es ist dies die einzige Möglichkeit, die Lektüre zu überleben. Tut man es nicht, steht nach der Lektüre die Welt Kopf. Man beuge also vor und übe.