Kalt gelassen
07:07:
Jetzt ist der Winter tatsächlich noch nach Rio gekommen. 17° bitterkalt ist es am frühen Morgen und die Aussichten auf einen Temperaturanstieg im Laufe des Tages sind äusserst gering. Seit drei Tagen hängen dicke Wolken über der Stadt und immer wieder fällt aus ihnen Regen. Erste Anzeichen einer sich ankündigenden Depression sind zu beobachten: Lustlosigkeit, Müdigkeit, Sehnsucht nach Frühling. Gestern dankte ich meiner Frau dafür, dass sie, als wir in der Schweiz unsere Sachen packten, darauf beharrte, dass ich meine leichten Pullis mit nach Rio nähme. Letzte Woche bewegten sich die Temperaturen noch an der 40° Grenze. Das Wetter ist tief gefallen.
Nicht einmal der tiefe Fall altehrwürdiger Finanzinstitute in Amerika und in der Schweiz vermag die Seele des carioca zu erhitzen. Macht ihn das Wetter frieren, lässt ihn auch alles andere kalt.