Ich liege wach
I
Ich liege wach, mit geöffneten Augen in die Nacht hinein, und frage mich, wo die Dämonen geblieben sind, die meinen Schlaf bewegten. Seit einigen Nächten leide ich an Schlaflosigkeit und bewusst wird mir erst jetzt, weshalb: Schlafen kann ich nur, wenn meine Träume mich müde machen.
Ich liege wach und stelle fest, ich habe keine Träume mehr.
II
Auf dem Weg zum Goethe-Institut im Stadtzentrum. Es ist Abend, ich sitze im Bus. Ich sehe sie einsteigen, schlank, hochgewachsen, ein Gesicht so makellos, dass ich nicht benennen könnte, was mir daran gefällt. Aber ihr Duft!
Ich roch sie.
III
Schluss mit den Halbwahrheiten? Ist die ganze, die ungeschminkte, tatsächlich eine wünschenswerte Alternative? Gäbe es sie, ich lügte lieber.
IV
Auch Parfüm ist Schminke.