Ich kann nicht
"Lass mich sterben”, sagt der Mann, eingeklemmt hinter dem Steuerrad. Das Armaturenbrett drückt auf seine Oberschenkel. Er spürt seine Füsse nicht mehr. Die Frau beugt sich durch das geborstene Fenster vorsichtig zu ihm hinein. “Ich kann nicht”, sagt sie. Sie stabilisiert seinen Nacken. So gut es eben geht. Der Aufprall hat das Wageninnere eng gemacht.
“Ich kann nicht”, hat sie auch dem Polizisten gesagt, als er von ihr verlangte, die Namen der Verschwörer zu nennen. Spät in der Nacht hat er sie laufen lassen. Zu Fuss hat sie sich auf den Heimweg gemacht. So gelangte sie an die Unfallstelle.
“Ich kann nicht”, wiederholt sie. Nicht auszumalen, was geschähe, wenn sie es täte. Sie denkt an die Namen derer, die sie nicht kennt.