Fremdes Tun
Dass sowas wie Leben in Dndran überhaupt stattfindet, verwundert zunächst. Da die Erinnerungen eines jeden Einwohners Erinnerungen an Taten eines anderen sind, wäre zu erwarten gewesen, dass jeder darauf wartet, dass andere sein Leben fortführen. Zumal jetzt, da mit dem Einzug des ersten Fernsehgerätes sich die Anzahl verfügbarer Leben auf einen Schlag vervielfacht hat. Doch die Bürger von Dndran sind konsequent. Konsequent denken sie ihre plagiierten Erinnerungen weiter und handeln gemäss der inneren Logik ihrer Lebensgeschichte. Ihr Tun ist das Weitererzählen eines fremden Lebens.
So erklären sich die Zeugenaussage unter dem Mangobaum von Dndran: „Ich war es nicht.“
am 26.02.2007