Er und sie

05.11 - 05.29

Er war da, sie war da. Sie sass bereits, er suchte sich noch einen Tisch. Sie sah ihn, er sah sie. Er fragte, ob. Sie meinte, lieber nicht. Er setzte sich, sie ärgerte sich. Sie trank aus, zahlte, ging. Er ging ihr hinterher. Er fragte, wollen wir nicht. Sie meinte, lieber nicht. Er gab nicht auf.
Er war da, sie war da. Er sass bereits, sie suchte ihn noch. Ihre Blicke kreuzten sich, sie lachte erleichtert. Er lachte wenig später auch, beide hatten ihren Spass. Sie bestellte ein Dessert, er lehnte dankend ab. Er kam mit zu ihr. Sie gab sich hin. Er kam. Sie schlief ein, er wollte mehr. Sie erwachte, er war schon wach. Sie bereute, sie warf ihn hinaus, sie wollte ihn nie wieder sehen.
Er rief an, er verfolgte sie, er fand sich nicht ab, er schrieb ihr, er schickte Blumen. Sie verklagte ihn, änderte ihren Namen, zog in eine andere Stadt.
Er kam nie über sie hinweg.
Sie heiratete, änderte ihren Namen, hatte Kinder, hatte Kummer, hatte genug. Sie verzichtete auf Perücke, Schminke, Lachen. Sie liess sich scheiden, änderte ihren Namen, dachte gelegentlich an ihn. Sie wusste es aber besser.
Er suchte sie. Er schlief in Hotels, arbeitete unter freiem Himmel, träumte von ihr. Er ass in Restaurants.
Sie sass bereits, er suchte sich noch einen Tisch. Sie sah ihn, er sah sie. Er erkannte sie nicht. Sie erkannte ihn. Sie fragte, ob. Er meinte, lieber nicht.

am 11.06.2007

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