Ein Nachmittag im Spital
Die Wonnen eines Privatkrankenversicherten: aus der langen Liste nicht-staatlicher Krankenhäuser das Beste aussuchen, dann mit dem Auto ab in den dichten Stadtverkehr von Rio de Janeiro. Von einer vielbefahrenen Avenida geht es rechts ab durch ein unscheinbares Tor, hinter dem sofort saftiges Grün beginnt: Wiesen, Palmen, Bäume. Man fährt eine mit Kopfsteinpflastern belegte schmale Strasse entlang, einen Hügel hinauf, lässt links eine wunderschöne, weil sehr schlichte Kirche stehen, müht den Wagen weiter den engen Weg hinauf, bis zum Parkplatz, der mitten im Krankenhauskomplex liegt. Auf die eine, unbebaute Seite hin blickt man auf den Corcovado und die Christusstatue. Im Eingangsbereich des Spitals wiederholt sich ein Bild: auch hier ein riesiger Christus, aus Holz diesmal und die Arme nicht segnend ausgebreitet, sondern ausgebreitet weil ans Kreuz genagelt. Das Krankenhaus wird von den Franziskanern geleitet. Alles sehr freundlich, sehr sauber hier. Und sehr ruhig. Aus allen Fenstern geht der Blick hinaus nicht auf die Stadt, sondern ins Grüne mitten in der Stadt. Kurzes Gespräch mit einem Arzt, von ihm abgehört, dann in die Radiologie geschickt, wo innerhalb weniger Minuten das angeforderte Röntgenbild erstellt und digital ins Behandlungszimmer des behandelnden Arztes geschickt wird. Auf dem Bildschirm: das Dunkle ist Luft, das Helle in der Mitte das Herz, die helle Wolke links daneben eine Lungenentzündung.
Eine Lungenentzündung also. 10 Tage Antibiotika, die den giftigen Biestern in meiner Lunge den Garaus machen sollen. Gespannt, wie mein Körper auf die harte Kur reagieren wird. Man hört ja so einiges.
am 30.01.2008
Oh je… ich wünsche Gute Besserung!
ksklein am 30.01.2008 um 23:31
man muss das positiv sehen: es hätte ja auch tuberkulose sein können… ;-)
Markus am 31.01.2008 um 08:53
na, so lange der humor nicht verschwindet…
;)
ksklein am 31.01.2008 um 10:30
ohohohohoh mein lieber Welteroberer. Ja über die Linie Horizont zu fliegen fordert das Gleichgewicht auf alle Seiten heraus. Ich wünsche dir alles alles gute Besserung und baldige Genesung und alle Buchstaben die Dir gut tun…
Auch die Nachtigall flattert zur Zeit in ihrerneuen Lbeensfase...das bringen wir schon hin,,,nicht wahr.
Sprache pendelt die Länder und ihre Dschungel aus.
grüsse über den Ozean und die wilden Wasser
nachtigall
nachtigall am 31.01.2008 um 10:35
@ksklein:
ich kann gar nicht anders, als auch das gute darin zu sehen. die letzten wochen war ich so mit unbedeutendem krimskrams beschäftigt, dass ich gar nicht merkte, wie sehr ich mir hin und wieder auch ruhe gönnen muss, um mich auch auf das schöne zu konzentrieren. ausserdem befindet sich unsere kleine in einer phase, in der sie ständig neues entdeckt und sich über jede entdeckung wie, naja, ein kleines kind freut! da kann man gar nicht anders, als mitlachen! :-)
@nachtigall:
das kriegen wir hin, na klar! (ein weiteres gutes an dieser lungenentzündung ist: wenn selbst die winzigen krankheitserreger auf einen aufmerksam werden, heisst das doch nichts anderes, als dass man tatsächlich angekommen ist!)
Markus am 31.01.2008 um 10:55
gute besserung und humor kann ja auch nicht schaden.
rittiner & gomez am 01.02.2008 um 07:59
@r&g;:
die antibiotika wirken… (mein magen kann sich nicht daran erinnern, wann er solches zeugs das letzte mal vertragen musste, verträgt es jetzt darum auch nicht allzu gut, die gedärme sind recht durcheinandergebracht, aber der hintern sitzt das grossartig aus.)
((humor ist ja auch eine frage der haltung und es bringt einem ja nichts, wenn man die haltung verliert.))
Markus am 01.02.2008 um 09:22
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