Die Schildkröte
[Kreisen, I]
Für die Schildkröte
Eine Biologin
Für die Biologin
Einen Mückenschutz
Für die Mücken
Viel Haut
Für die Haut
Etwas Liebe
Für die Liebe
Stroh
Für das Stroh
Einen Sommer
Für den Sommer
Ein Ferienhaus
Für das Ferienhaus
Einen Strand
Für den Strand
Einen Gestrandeten
Für den Gestrandeten
Was?
Für das Was
Auch ein Wie
Für das Wie
Eine Anleitung
Für die Anleitung
Viel Geduld
Für die Geduld
Langsamkeit
Für die Langsamkeit
Eine Schildkröte.
am 22.02.2007
...
Für den Gestrandeten
ein Segel.
Für das Segel
frischen Wind.
Für den Wind
einen Engel.
Für den Engel
einen Menschen.
Für den Menschen
einen Menschen.
Für zwei Menschen
ein Jetzt.
Für das Jetzt
ein Gestern.
Für das Gestern
ein Morgen.
Für den Morgen
Tau.
Für das Tau
einen Igel.
Für den Igel
einen Winter.
Für den Winter
eine Kerze.
Für die Kerze
ein Kind mit staunenden Augen.
Für die Augen
ein Herz.
Für das Herz
große weite runde Liebe.
Für die Liebe
Langsamkeit.
Für die Langsamkeit
eine Schildkröte.
eukapirates am 22.02.2007 um 17:16
wirklich schön, lieber mah!! und es erinnert mich an eine tolle bildergeschichte von, leider name vergessen, die noch bis ende februar in der piktogramme ausstellung in stuttgart zu sehen ist (im vierten stock des kubus)…
eukapirates am 22.02.2007 um 17:17
danke. :-)
und danke für den zweiten, in den ersten verschränkten kreis.
vor einiger zeit begann ich mit diesen kreisen, die sich so wunderbar dazu eignen, den erdball zu umrunden. sich einfach dem wort hingeben und schauen, wohin es einen führt. irgendwann kehrt man an den ursprung zurück und stellt fest, dass die reise auch ihn verändert hat.
Markus am 22.02.2007 um 17:34
den ursprung verändern…
darüber müßte einmal ein glas wein in ruhe getrunken werden mit vielen vielen gesprächen :-)
ja, auch ursprünge verändern sich. das stimmt. sehr sogar manchmal. teheran ist nicht mehr wiederzuerkennen. wie ist das mit ihrem brasilien? doch sicher ähnlich? die orte bleiben nicht, was sie sind oder waren. so wie wir nicht bleiben, was wir sind oder waren.
dem ort
seine zeit
der zeit
ihr recht
dem recht
den finger
dem finger
einen ring
dem ring
ein feuer, das ihn schmiedet aufs neue
dem feuer
die erde, die es hält
der erde
den regen
dem regen
ein gesicht, das sich ihm entgegenstreckt
dem gesicht,
ein licht in der dunkelheit
der licht und der dunkelheit
ein lied aus freude
der freude
viel zeit
und jeder zeit
ihren ort
eukapirates am 22.02.2007 um 23:05
auch brasilien verändert sich, gar keine frage.
mit seinem ursprung verändert sich auch der mensch.
poetisch ausgedrückt: kein buch kann zweimal auf dieselbe weise gelesen werden. jede lektüre verändert den menschen und damit auch das buch, das er liest.
("dem recht
den finger”
das ist sehr schön.)
Markus am 23.02.2007 um 06:07
Dies ist wirklich wunderbar gelungen! Es ist so wunderbar gelungen, dass ich unbedingt diesen Kommentar schreiben muss (und dies ist etwas, dass mir eher selten passiert).
Also auf ein drittes Mal: Alle Beiträge sind wunderbar gelungen und ich werde sie mir heut immer wieder in aller Schildkrötenmanier durchlesen.
Mit Grüßen
C.Sommer
am 23.02.2007 um 06:44
liebe frau sommer, ich weiss gar nicht, wie ich das ausdrücken soll: wie ungemein ich mich freue, wenn kommentare von leserinnen und lesern auf der seite aufscheinen, von denen man zwar irgendwie hofft, sie läsen mit, von denen man aber nur im virtuellen weiss.
und wie sich die kommentare zu diesem beitrag nun entwickelt haben, wird mir angst und bange um eine fortführung, da (dank den kommentaren aus portugal!) dies hier einen level erreicht hat, der kaum zu toppen ist…
Markus am 23.02.2007 um 07:41
lieber markus, ich bitte Sie: level, may they be top or bottom, werden erreicht durch das, was alles zusammen tun (oder lassen). und auch ich freue mich sehr über frau sommers freude… und darüber, daß Sie sie mit uns teilen, liebe frau sommer!
eukapirates am 23.02.2007 um 09:52
Für den Gestrandeten
ein Netz.
Für das Netz
einen Weg.
Für den Weg
DAS Ziel.
Für das Ziel
einen Held.
Für den Held
ein blankes Schwert.
Für das blanke Schwert
eine lebensvolle Aufgabe
Für die Aufgabe
einen Gestrandeten,
der im Netz nie sein Ziel verfehlt,
ein Held, dessen blankes Schwert
Leben gibt.
*Es wird immer etwas geben, dass man toppen kann. Manchmal ist es besser, der Zweite zu sein, dann hat man noch Träume und Ziele*
am 23.02.2007 um 12:19
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