David und Jonathan
Es standen Schergen in unseren Diensten für das Grobe. Sie lenkten ab.
Erinnerst du dich an David? Den Möchtegernkönig?
Er ist noch da, hörte ich. Spielt sich auf. Vorbei sind die Zeiten, da er sich mitten in den Kugelhagel der feindlichen Maschinengewehre stellte und seine Soldaten anfeuerte. Heute sind es Raketen, die fallen. Intelligente Bomben. Präzisionswaffen. Der Krieg ist gefährlich geworden. Keine klaren Fronten mehr. Also nimmt er an Sondereinsätzen teil. Begleitet die Eliteeinheiten auf gefährlicher Mission. Die Soldaten murren. David setze ihr Leben unnötig aufs Spiel, sagen sie. Untrainiert und schlecht ausgebildet wie er sei. Er ist - munkelt man - in sein Nachtsichtgerät verliebt.
Schöne Zeiten waren das, als er sich noch für die Frauen seiner Feldherren interessierte. Er brach Regeln, scheuchte Propheten auf, dem Volk mangelte es nicht an Themen für ihren täglichen Schwatz auf dem Markt. David lenkte ab. Aber heute? Was ist bloss mit David los?
Im Namen Gottes zieht er in den Krieg, aber keiner nimmt ihm das mehr ab. Man tötet für eine Lüge. Aber keiner mag mehr für sie sterben.
Wenn es so einfach wäre.
Was ist mit Jonathan? Wir sollten ihn bitten, ein Gespräch unter vier Augen mit David zu suchen. Ist er nicht sein bester Freund? Vielleicht zerrissen sich die Leute so wieder mal das Maul über ihren König: Was? David und Jonathan? Wir müssen die Leute wieder glauben machen. Nichts eignet sich dafür besser als ein König, der das Volk mit seiner Unmoral vor den Kopf stösst.
Jonathan ist tot, wirft einer der Engel ein.