Büro mit Aussicht
Mein neues Büro, noch nicht ganz fertig eingerichtet:
Blick vom Balkon auf Strasse und Nachbarschaft:
Und noch die Aussicht “hinten raus” auf Kirche und Slums an den Hügeln:
Mein neues Büro, noch nicht ganz fertig eingerichtet:
Blick vom Balkon auf Strasse und Nachbarschaft:
Und noch die Aussicht “hinten raus” auf Kirche und Slums an den Hügeln:
schöne aussichten! das ist jetzt mal wirklich schmucke. und: hintenraus die kirche, vorneraus die satelliten & antennen. da kann man jetzt wirklich auf sendung gehn ... hoffentlich nicht als durchlauferhitzer ...
Oh, was durch diese lichte Stube weht, wird aufgeheizt, doch doch. Es ist ja in Rio nahezu unmöglich, einen Schritt zu tun, ohne über ein religiöses Symbol zu stolpern, seis einer der unzähligen Jesus-Aufkleber an den Stossdämpfern, einem charismatischen Christen in langärmligem Hemd und Krawatte mit Bibel in der Hand, oder eben eine dieser prunkvollen katholischen Kirchen, die sich mit der Wucht ihrer Erscheinung gegen die wie Zysten überall in der Stadt aus dem Boden schiessenden (hässlich anzuschauenden) Freikirchen zu behaupten versuchen. Das muss man zum Thema machen, aber mit ordentlich Feuer drunter.
beliebig viel stoff also, um dich herum. aber die favela, die da formlich aus dem hintern der kirche zu fliessen (zu schweifen) scheint. das ist auch mal ein treffender ausschnitt ...
Ja, dieses Büro sieht aus wie geschaffen für gutes Schaffen. Falls es nicht sehr laut und sehr heiss ist ...?! Nur auf diesem Stuhl vor dem Laptop könnte ich keine 10 Minuten sitzen.
Was ist mit Candomblé? Rottet das nicht praktisch im Untergrund all die Kirchen aus oder ist es eher eine Randerscheinung? Habe allerdings auch schon gelesen, dass (geldgierige) Pfingstbewegungen schon halb Südamerika und Afrika kolonisiert haben, wuchernd wie ein räudiger Pilz. Wer weiss ... Da kann man nur dagegen anbeten. :-)
Hübsch, nicht? :-)
Die katholischen Kirchen wirken in Rio wie letzte Festungen gegen die anbrandenden Slums: Oft auf einer Erhöhung, hohe Mauern drum, drinnen sehr grüne und sehr schöne Gartenanlagen.
Das ist aber ein sehr schönes Büro, aber sag, was MACHST DU DENN IN EINEM BüRO. Büro ist so etwas unpraktisches, in Büros geschehen alle schrecklichen Dinge dieser Welt und alles ist dort doch so formularlastig. Also ich wünsche Dir nicht bürolinguistisches Zeugs, sonder viele viele Buchtstaben, Musen und Lektoligatoren und natürlichen einen Inspiratorenfentilator mit Farbpropeller, damit Du nicht schwitzen musst.
Alles Frohe Dir in Deinen neuen Hallen:-)Flo
@La Tortuga: Candomblé ist kein Problem, zumindest nicht für die Katholiken. Die haben dafür eine wunderbar synkretistische Lösung gefunden: Gebt Euren Göttern die Namen unserer Heiligen und wir lassen Euch in Frieden magisch sein.
Die wirkliche Bedrohung sind tatsächlich die charismatischen Pfingstkirchen. Die stellen das auch ein bisschen geschickter als die Katholiken an: Anstatt sich, wie die Gottesfurcht gebietet, ihre Kirchen mitten auf den Dorfplatz zu stellen, wos Leben erst in einigen Metern Entfernung von den Kirchenmauern beginnt, bauen sich die Pfingstler ihre Gotteshäuser (oft nur bessere Buden) direkt in die Slums, dorthin, wo’s Volk ist. Und haben damit und wohl auch deshalb diesen wahnsinnig machenden Erfolg. Damit bedrohen sie nicht nur die Katholiken (was nicht so schlimm ist, die wissen, wie mit einer solchen Gefahr umzugehen ist) sondern eben auch die ganzen Candomblés, Macumbas und Umbandas. Man stelle sich vor, wie die Gesundheitskosten in diesem Land explodieren, wenn die Menschen nicht erst zu einem Heiler gehen sondern gleich ins Hospital rennen, wo immer auch irgendein Mensch mit einer Bibel lauert und den Kranken Trost zubetet, wenn der Arzt nichts mehr ausrichten kann.
@flo: nein nein, ein büro muss es sein, denn schreiben ist arbeit und das müssen die kunden sprich leser endlich mal begreifen! :-)
wer etwas will, das in einem büro produziert wurde, weiss, dass er dafür zahlen muss, haha!
Diesen letzten Kommentar müsste man ganzseitig in allen Blättern der Welt (auf Kosten der “Kunden") schalten, damits endlich mal jemand rafft.
Vielleicht sollte man demonstrativ in Steinbrüchen, Minen, Fabriken, Ställen, auf Feldern und Baustellen schreiben, um es noch anschaulicher zu machen.
Schreiben ist nicht mal nur eine Dienstleistung, sondern gehört dem Primärsektor an, ohne die Schriftsteller würde die Menschheit genauso zum Teufel gehen wie ohne die Bauern.
@La Tortuga: Ich muss da etwas differenzieren. Der Kunde sprich Leser zahlt in der Regel ja schon ziemlich teuer für Lesestoff. Nur kommt davon herzlich wenig, wenn überhaupt, beim Autor an.
(Und ich bin sicher nicht der erste, der als Schreibling so ruft. Aber es ist schon traurig, dass in den seltensten Fällen überhaupt ein (und dann erst noch sehr müder) Cent bei uns ankommt.
Aber, jammern wir nicht. Verkaufen wir uns.
Es ist einfach nicht wahr, dass Bücher teuer sind. Was ohne mit der Wimper zu zucken für 2 Stunden billige Kinounterhaltung bezahlt wird (oder ein Vielfaches davon für ein doofes Fussballspiel...), ist den meisten für ein Buch, das einen für Stunden oder ein Leben lang begleitet, zuviel.
Dass die nachgelagerten Stufen den Löwenanteil einstreichen ist natürlich ein Problem - das geht den Bauern ja nicht anders. Es liegt daran, dass sowohl Nahrungsmittel im unverarbeiteten Zustand genauso als Rohstoff zur Veredelung gelten wie Manuskripte. Was schlicht falsch ist.
Dann wiederum ist es natürlich so, dass sich der Schriftsteller überhaupt nicht verkaufen müssen sollte. Er müsste von der Gesellschaft so selbstverständlich ernährt werden wie etwa die Mönche in Asien, damit er Hände und Herz frei hat für das, was er tun muss. Das hätte allerdings den Nachteil, dass wieder ebenjene Gesellschaft entscheiden würde, wer ein Dichter ist und wer nicht. Womit wir wieder beim Verkaufen wären.
Não consegui reconhecer o bairro...Por acaso, é a Tijuca?