17. Februar 2007. Angola
Im August reisen wir nach Angola aus.
Mir gegenüber sitzt ein Schulfreund aus Brasilien mit seiner Familie. Wie ich ist auch er Missionarssohn.
Bei mir läuten alle Alarmglocken.
Du reist im Auftrag der Mission dahin?
Die Missionsgesellschaft unserer Eltern ist auch in Angola tätig.
Es ist ein Projekt der WHO. Die Mission ist nur lokaler Träger.
Das hast du doch in Brasilien schon mal versucht. Nach drei Monaten kamst du völlig desillusioniert in die Schweiz zurück. Die Missionare können sich nicht raushalten, das schaffen die nicht, selbst wenn das Projekt ganz deutlich als soziales oder gesundheitliches ausgewiesen ist.
Diesmal ist es anders.
Ich schaue seine Frau an, sie selbst ist auch Missionarstochter, kennt also die Mechanismen eifrigen missionarischen Tuns.
Sie nickt.
Etwas beruhigt erkundige ich mich nach Einzelheiten. Es tönt ganz gut.
Bis er sagt: Acht verschiedene Kirchen beteiligen sich am Projekt.
Die werden dir dazwischenreden, sage ich. Kirchen geht es nur um eines. Es darf ihnen nicht um anderes gehen.
Wir beharren auf klaren Regeln, sagt er.
So ein Desaster, wie wir es in Brasilien erlebt haben, machen wir nicht mehr mit, sagt sie.