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    <title type="text">Hanging Lydia</title>
    <subtitle type="text">Hanging Lydia:I came home last night and read it again</subtitle>
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    <updated>2008-09-06T19:27:45Z</updated>
    <rights>Copyright (c) 2008, Markus A. Hediger</rights>
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      <title>Die theologische Ziege</title>
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      <published>2008-09-06T19:25:00Z</published>
      <updated>2008-09-06T19:27:45Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="ikonoklasmus"
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      <content type="html"><![CDATA[
        <p><font color="red">Achtung: &#8222;G-Wort&#8220;-haltiger Text</font>
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Von meinem Arbeitsplatz im Wohnzimmer blicke ich direkt auf ein verlassenes Grundst&#252;ck hinab. Es ist ummauert und besitzt, so weit ich das von hier aus sehen kann, keinen Eingang. Durchgehend umrundet die zwei Meter hohe Mauer das Fleckchen unbebauten Terrains. Kein Tor, keine T&#252;r, kein Loch, das hineinf&#252;hrt. Auf diesem verlassenen Grundst&#252;ck lebt eine herrenlose Ziege. 
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<b>2</b>
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Ich stelle mir vor, es handle sich bei ihr um dieselbe Ziege, in deren Gegenwart der brasilianische Journalist und Schriftsteller Nelson Rodrigues mit Bisch&#246;fen und Politikern, Schauspielern und Scharlatanen intime Gespr&#228;che f&#252;hrte. Ich stelle mir vor, damals schon sei dieses verlassene Grundst&#252;ck voller alter Reifen, aufgeplatzter M&#252;lls&#228;cke und vergammelter Votivgaben gewesen, die Passanten &#252;ber die Mauer warfen. Dann stelle ich mir vor, wie Ehrw&#252;rden und W&#252;rdentr&#228;ger, Akteure und Aktmodelle schnaufend &#252;ber die Mauer in dieses Niemandsland kletterten, wo sie von der herrenlosen Ziege und Nelson Rodrigues bereits erwartet wurden. Ich vermute, dieses Zeremoniell wiederholt sich gelegentlich noch immer. Aber bezeugen kann ich es nicht. Es stehen lokale Wahlen an. Da hat niemand Zeit f&#252;r Gespr&#228;che, an denen keine Kameras anwesend sind.
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<b>3</b>
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Die Ziege weiss, dass ich sie beobachte. Ab und zu kreuzen sich unsere Blicke. Sie tut dann zwar so, als interessiere ich sie nicht, und wendet sich wieder ihrem Unkraut zu, das sie mit ihren Lippen zwischen halbleeren Petflaschen hervorpfl&#252;ckt, aber ich bin mir sicher, sie missbilligt meine verstohlene Anwesenheit am Fenster. In einer Zeit, da ich selber nicht sehr gl&#252;cklich bin und mein Selbstvertrauen am Boden liegt, brauche ich Trost, nicht zus&#228;tzliche Kritik. Also machte ich mich eines Nachts mit einer kleinen Leiter auf den Weg, um m&#246;gliche Missverst&#228;ndnisse aus der Welt zu schaffen. Die Ziege, sagte ich mir, kennt mich ja schliesslich nur vom Sehen und hat keine Ahnung, wie&#8217;s in meinem Innern aussieht.
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<b>4</b>
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Ich versuchte also dieser Ziege das Konzept zu erkl&#228;ren, wonach das &#196;ussere ein Spiegelbild der Seele sei. Und dann meinte ich: Man m&#252;sse sich nur mal mein &#196;usseres ansehen, um zu wissen, wie&#8217;s um meine Seele bestellt sei. Ich br&#228;uchte Heilung, innere Heilung, sagte ich ihr noch, da blickte sie kurz von ihrer Mahlzeit auf und warf mir einen Blick zu, in dem ich folgende Worte las: Was das denn f&#252;r ein dummer Aberglaube sei! Dann k&#228;ute sie weiter wieder und ich musste mich also fragen, ob es denn vielleicht genau umgekehrt sich verhalte, und dass ich also, an meiner Seele werkelnd, nur mein Spiegelbild retouschierte, was nat&#252;rlich &#8211; vorausgesetzt, die Ziege hatte recht - ein fertiger Unsinn war. 
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Als h&#228;tte sie meine Gedanken erraten, w&#252;rdigte die Ziege mich keines Blickes mehr, sch&#252;ttelte aber sehr entschlossen den Kopf. Ich weiss jetzt genau, was du denkst, sch&#252;ttelte es aus ihren H&#246;rnern. Wenn das &#196;ussere das Ausschlaggebende ist, denkst du jetzt, dann gibt es keinen Gott, denn Gott besitzt kein &#196;usseres. Aber Gott besitzt auch kein Inneres, so dass das, was auf dich zutrifft, in keinster Weise auch f&#252;r Gott gelten kann.&nbsp; 
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<b>6</b>
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Bedr&#252;ckt verabschiedete ich mich von der theologischen Ziege, die mich in k&#252;rzester Zeit durchschaut hatte. Eigentlich h&#228;tte ich mich ja gerne weiter mit ihr unterhalten &#8211; ich hatte so viele Fragen, die ich ihr stellen wollte &#8211; aber sie machte mir schnaubend klar, dass f&#252;r sie das Gespr&#228;ch beendet war. Fast beneidete ich sie, diese Ziege, die zwischen jenen Mauern zwar gefangen, aber dennoch freier war als ich. Sie war herrenlos, ich hingegen kannte nicht einmal den Herrn, dem ich diente.
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      <title>Ein v&#246;llig &#252;berdrehter Geck</title>
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      <published>2008-09-05T10:00:00Z</published>
      <updated>2008-09-05T10:02:20Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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<b>1</b>
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Schwierige zehn Monate liegen hinter uns. Denke ich an die Zeit zur&#252;ck, die seit unserer R&#252;ckkehr nach Brasilien im November letzten Jahres vergangen ist, empfinde ich sie als ungeheuer schwer. Am liebsten sch&#252;ttelte ich sie von mir ab und machte sie ungeschehen. Aber sie lastet auf meinem Gem&#252;t wie ein Gewicht, das ich nicht zu stemmen vermag. Und ich weiss nicht, ob es an der Schwere des hier Erlebten liegt oder an meiner Kraftlosigkeit.
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<b>2</b>
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Denn genau besehen haben wir in den Monaten, die wir in Rio verbrachten, nicht wirklich viel erlebt. Es war eine ereignisarme Zeit, in keinster Weise mit dem aufregenden Abenteuer zu vergleichen, das ich mir vor meiner Abreise aus der Schweiz vorgestellt und auch erhofft hatte. Und dennoch ist mir das Herz schwer von Eindr&#252;cken, seine engen Kammern zugestellt wie die kleinen R&#228;ume unserer engen und &#252;berf&#252;llten Wohnung an der Campos da Paz. 
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<b>3</b>
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R&#252;ckblickend erscheinen mir die Ausreisevorbereitungen interessanter, um ein Vielfaches spannender als die tats&#228;chliche, anschliessende Auswanderung. Die Spannung, die es zwischen zu bew&#228;ltigender B&#252;rokratie und aufs Konkrete hinabzubrechendem Traum zu ertragen gab &#8211; mit dem Eintreffen in Rio brach sie in sich zusammen. Ein Br&#246;ckeln war&#8217;s vielmehr, ein langsames in sich Zusammensacken, ausgel&#246;st zuerst durch die mangelnde Bewegungsfreiheit unter dem Dach meiner Schwiegereltern. Kaum angekommen, wollte ich mit der Realisierung meiner Pl&#228;ne beginnen, doch daf&#252;r brauchte ich eigene R&#228;ume. Die Wohnungssuche verschleppte sich. Dann brachen die Allergien unserer Tochter aus; ich wurde von einer M&#252;cke gestochen. Hohes Fieber, Gliederschmerzen. Auf das Dengue-Fieber folgte eine Lungenentz&#252;ndung. Wieder hohes Fieber. Die Besuche in der Notaufnahme wurden Routine. Dann bot uns der Onkel meiner Frau eine Wohnung an. 
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<b>4</b>
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Von Krankheiten geschw&#228;cht, nahmen wir an.
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<b>5</b>
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Was ich heute bitter bereue, denn von dem Moment an geschah nichts mehr. Erst sp&#228;ter sollten wir erfahren, dass die Wohnung nicht nur &#228;usserst schimmelanf&#228;llig und somit Gift f&#252;r unsere Tochter war, sondern sich zudem in einer unfreundlichen, bedrohlichen Nachbarschaft befand. Ich liess mich davon in die Defensive treiben und zog mich zur&#252;ck. Ich suchte Zuflucht im Schreiben und l&#246;ste dadurch eine Reihe seelischer Prozesse aus, von denen ich mir heute nicht mehr sicher bin, ob sie gut oder auch nur notwendig waren. Der Umstand, dass daraus ein <a href=http://edition-neue-moderne.de/programm/prosa-inseln/kroetenkarneval/>>>> Buch</a> entstanden ist, ist mir nicht wirklich ein Trost. 
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<b>6</b>
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Auch wenn ich dadurch dem einen oder anderen alten Trauma vor allem in Bezug auf meinen christlichen Hintergrund auf die Spur kommen konnte &#8211; es hat mein Selbstverst&#228;ndnis ersch&#252;ttert. Ich habe bislang ja viel Kraft aus meiner Opposition zu bestimmten Auspr&#228;gungen des christlichen Glaubens gesch&#246;pft und jetzt, da mir der Feind abhanden gekommen ist, ist mir diese Kraft abhanden gekommen. Schaue ich in den Spiegel, sehe ich nur noch die altgewordene Haut eines vormals v&#246;llig &#252;berdrehten Gecks. 
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<b>7</b>
<br />
(Nicht nur mein Selbstbild hing von meinen andauernden Angriffen auf die Kirche ab. Auch mein Gottesbild war eng damit verkn&#252;pft. Die Erkenntnis, dass ich ganz alleine auf diesem Schlachtfeld das Schwert schwang und ein Feind gar nie existierte, hat nicht nur dazu gef&#252;hrt, dass ich den Menschen im Spiegel nicht mehr als mein Selbst erkennen mag &#8211; auch Gott ist mir fremd geworden. Und das ist, so empfinde ich es, mein gr&#246;sster Verlust.) 
</p>
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<b>8</b>
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Es mutet schon fast absurd an, nach Brasilien auszuwandern und dann feststellen zu m&#252;ssen: Was geschah, geschah in meinem Innnern.
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      <title>Die misslungene Rache (5)</title>
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      <published>2008-09-03T21:14:00Z</published>
      <updated>2008-09-03T21:26:11Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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Martim Afonsos M&#228;nner &#252;ben im Jahre 1536 Rache f&#252;r die schreckliche Tat des Schw&#228;tzers. Drei Jahre bereiten sie sich auf den &#220;berfall auf die Insel des Bacharel vor, drei Jahre lang br&#252;ten sie &#252;ber den Pl&#228;nen, die das Ende des Schw&#228;tzers besiegeln sollen. Kaum auf der Insel, geraten sie jedoch in einen Hinterhalt. Das St&#228;dtchen S&#227;o Vicente wird geschleift, Martim Afonso davongejagt. Nach der Zerst&#246;rung von S&#227;o Vicente im Jahre 1536 taucht Cosme Fernandes Pessoa, der Schw&#228;tzer von Canan&#233;ia, unter. 
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      <title>Bildersturm: Nach dem &#8220;Kr&#246;tenkarneval&#8221;</title>
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      <published>2008-09-03T10:19:00Z</published>
      <updated>2008-09-03T10:34:33Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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Nachdem ich in meinem B&#252;chlein <a href="http://edition-neue-moderne.de/programm/prosa-inseln/kroetenkarneval/">>>> &#8220;Kr&#246;tenkarneval&#8221;</a> jenen Elementen meines christlichen Erbes nachgegangen bin, die verheerende Folgen nicht nur in meinem Leben zeitigten, ist es, denke ich, nun an der Zeit, der Frage nachzugehen, weshalb mich andere Aspekte meines religi&#246;sen Hintergrunds nach wie vor faszinieren. Einiges ist mir mitgegeben worden, was ich als wunderbares Geschenk betrachte. 
<br />
In dieser Rubrik werde ich mich mit Fragen nach Gottesbild, Sch&#246;pfung, Mystik und Literatur besch&#228;ftigen und auch der einen oder anderen f&#252;r einen Christen heiklen Frage nachgehen (dem Skandalon der Menschwerdung Gottes in Christus, zum Beispiel). 
<br />
Ich werde daf&#252;r voraussichtlich, wie schon im &#8220;Kr&#246;tenkarneval&#8221;, die Form der Kolumne im Stil Nelson Rodrigues&#8217; verwenden. Es gibt m.E. schliesslich keine Form gesunder Spiritualit&#228;t, die nicht im Leben fusst und den Menschen auf sich selbst zur&#252;ckwirft. 
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      <title>Ein Blutbad, so grausig (4)</title>
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      <id>tag:hanginglydia.skypaperpress.com,2008:index.php/site/index/1.717</id>
      <published>2008-08-28T08:32:00Z</published>
      <updated>2008-08-28T08:36:20Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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Ger&#252;chte um einen sagenhaften Silberberg am Rio de la Plata versetzen Europa in helle Aufregung. Portugal und Spanien werfen Armeen auf den amerikanischen Kontinent. Beide K&#246;nigreiche versuchen verzweifelt, dem
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anderen zuvorzukommen und den Schatz f&#252;r sich zu erobern. Doch noch weiss keiner, wo er sich befindet. Da Cosme Fernandes Pessoa, obwohl Portugiese, die Spanier in ihrer Suche nach dem Silberberg unterst&#252;tzt, f&#228;llt der Gesandte des portugiesischen K&#246;nigs Martim Afonso im Jahre 1532 &#252;ber S&#227;o Vicente her, vertreibt den Schw&#228;tzer und seine Indios, besetzt die Stadt und errichtet dort einen milit&#228;rischen St&#252;tzpunkt.
<br />
Der Schw&#228;tzer, auf seine Insel zur&#252;ckgeworfen, schw&#246;rt Rache. Ein Jahr lang schweigt der Schw&#228;tzer. Afonso w&#228;hnt sich in Sicherheit. 1533 sendet er den Portugiesen Pero Lobo mit 80 Soldaten gen Westen, wo er den Silberberg vermutet. Aber bereits an den Ufern des Igua&#231;&#250; wird Pero Lobo mit seinen Mannen vom Schw&#228;tzer, einigen Spaniern und den Carij&#243;-Indianern &#252;berfallen und dahingeschlachtet. Das Blutbad, das sie anrichten, ist so grausig, dass selbst der Schw&#228;tzer nicht dar&#252;ber reden mag.
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      <title>Die dritte Schwester</title>
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      <id>tag:hanginglydia.skypaperpress.com,2008:index.php/site/index/1.716</id>
      <published>2008-08-27T09:41:00Z</published>
      <updated>2008-08-27T10:19:06Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="katalog der identit&#228;ten"
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      <content type="html"><![CDATA[
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Diana Firestone, die siebzigj&#228;hrige Balletlehrerin aus Phoenix, als Kind mit ihrem Vater aus dem damaligen Russland gefl&#252;chtet, Witwe eines Drehbuchautors aus Hollywood und sp&#228;teren Sozialarbeiters in New York, der sich nach einem Unfall der unertr&#228;glichen Kopfschmerzen wegen, die nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus geblieben waren, das Leben nahm, hatte mich - nachdem wir uns stundenlang auf der Porch ihres kleinen Hauses in Youngtown unterhalten hatten - pl&#246;tzlich, als sei sie von einer unerwarteten Erleuchtung heimgesucht worden, ungl&#228;ubig angeschaut und gesagt: &#8220;Du musst Elana kennenlernen.&#8221; Nach einigem Z&#246;gern hatte ich den H&#246;rer in die Hand genommen und die Nummer in Long Beach gew&#228;hlt. Wenig sp&#228;ter setzte ich mich ins Auto und fuhr von Phoenix nach Los Angeles. 
<br />
In ihrem Garten hatte Elana ein Schwitzzelt aufgebaut und als ich ankam, war gerade eine indianische Zeremonie in Gang. Das Haus war voller Menschen, Elana gerade nicht da. Ich f&#252;hlte mich etwas verloren zwischen all den fr&#246;hlichen, gereinigten Menschen. Ausserdem war ich in Sorge wegen meiner Eltern, die in einem Indianerstamm im Amazonas als Geiseln festgehalten wurden, nachdem ein Missionsflugzeug mit drei Indianern an Bord &#252;ber dem Urwald abgest&#252;rzt war und die Indianer nun Blutrache fordertern. Dann stand Elana pl&#246;tzlich vor mir, eine kleine, zierliche Frau, so um die 35, mit feurig rotem, h&#252;ftlangem Haar, eine Wok-Pfanne in der Hand. Sie blickte mich an und wich mir von da an nicht mehr von der Seite. Als ihre G&#228;ste gegangen waren, machten wir es uns vor dem Kaminfeuer bequem und schwatzten bis zum Morgengrauen miteinander. Wir fr&#252;hst&#252;ckten noch miteinander. Beim Abschied umarmte sie mich und sagte mit Tr&#228;nen in den Augen: &#8220;Endlich habe ich meinen kleinen Bruder gefunden.&#8221; 
<br />
Was genau sie damit meinte, was genau dieser Satz in den n&#228;chsten Jahren f&#252;r mich bedeuten sollte, verstand ich an jenem Morgen noch nicht. Vor mir lagen zwei Wochen Einsamkeit in den W&#252;sten von Kalifornien und Arizona und ich hatte Angst.
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      <title>Ein Gesudel, das Ganze</title>
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      <published>2008-08-25T17:55:01Z</published>
      <updated>2008-08-25T18:04:26Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="d&apos;accord"
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        label="d&apos;accord" />
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Das Leben nicht als Roman begreifen, sondern als Sudelbuch. Ereignisse werden darin zur Notiz, die man sp&#228;ter irgendwann einmal wieder aufzugreifen hofft. Aber meist bleibt&#8217;s bei diesem einen Eintrag, der vergeblich auf eine Weiterf&#252;hrung oder gar eine Aufl&#246;sung hofft. Es geht ihm da nicht anders als den tausend anderen Notizen. Nie ins Reine &#252;bertragen, bleibt es ein schmutziges, schnell hingeworfenes Leben, und hat zur Folge, dass ich mit mir nie ins Reine komme. Ein Gesudel ist das Ganze, dieses mein Leben. 
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</p> 
      ]]></content>
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      <title>Elend unter Palmen</title>
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      <published>2008-08-25T10:01:00Z</published>
      <updated>2008-08-25T10:12:45Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="tempo / tempo"
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        label="tempo / tempo" />
      <content type="html"><![CDATA[
        <p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tc.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<small>07:10:</small>
<br />
So gegen neun h&#246;rte der Regen gestern auf, die Sonne brach durch die Wolken, es wurde ein sch&#246;ner Tag. Mit unserer Kleinen fuhren wir an den Strand von Ipanema und gingen im Sand spazieren. 
<br />
Hinter Ipanema erhebt sich eine H&#252;gelkette, die bewaldet und noch nicht behaust ist. Zwischen tropischen Laubb&#228;umen erheben sich hier und da auch Palmen, sogar Bananenstauden sind in dieser Wildnis auszumachen. Der Strand war voller Touristen, ich hatte vergessen, dass es Menschen mit so weisser Haut gibt. Das Meer war aufgew&#252;hlt, grosse Wellen brandeten heran, so dass unsere Kleine, jedesmal wenn einer dieser Wasserriesen tosend zusammenkrachte, sich schutzsuchend an mein Bein klammerte. 
<br />
Dann ging mein Blick wieder hin&#252;ber zu den gr&#252;nen H&#252;geln, auf denen die Palmen wachsen. Da wurde mir bewusst, wie sehr ich an diesen B&#228;umen h&#228;nge. 
<br />
Diese Einsicht hat mich ganz elend gemacht. Als wir wenig sp&#228;ter wieder nach Hause kamen, lagen auf dem Tisch Prospekte von Schweiz Tourismus. Ich bin fr&#252;h zu Bett letzte Nacht und mochte heute fr&#252;h gar nicht aufstehen. 
<br />
Wie das Wetter heute ist, interessiert mich nicht.&nbsp; 
<br />
 
<br />
 
<br />
 
</p> 
      ]]></content>
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      <title>Eine Ambulanz steht im Regen</title>
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      <published>2008-08-24T08:09:00Z</published>
      <updated>2008-08-24T08:41:10Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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      <content type="html"><![CDATA[
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tc.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<small>05:10:</small>
<br />
In der Nacht vom Freitag auf den Samstag setzte der Regen ein. Am Samstag regnete es. In der Nacht auf heute h&#246;rte der Regen auf. Aber die Wolken sind geblieben. Wie um meine Theorie zu best&#228;tigen, wonach die Zeit bei Regenfall in Rio stillzustehen pflegt, blieb ich gestern mit meinem Wagen im Verkehr stecken. Nichts r&#252;hrte sich mehr. W&#228;hrend Stunden sass ich fest. Hinter mir zappelte nerv&#246;s eine heulende Ambulanz, die sich ebenfalls nicht vom Fleck r&#252;hren konnte. Sp&#228;ter erfuhr ich, dass jemand versucht hatte, eine Gasleitung anzuzapfen und dabei war die R&#246;hre, die unter der Strasse verl&#228;uft, explodiert.
<br />
Ich dachte an den Kranken oder Verletzten im Wagen hinter mir und hoffte, dass er die nutzlose Sirene nicht h&#246;rte, die mich den letzten Nerv kostete. Als der Verkehr sich endlich wieder in Bewegung setzte, heulte die Sirene noch immer. Ich deutete dies als Zeichen daf&#252;r, dass der Patient noch lebte. Erst sp&#228;ter kam mir der Gedanke, dass die Sirene w&#228;hrend den Stunden des Stillstands m&#246;glicherweise nur deshalb nicht verstummt war, damit der Patient nicht seine letzte Ruhe f&#228;nde. 
<br />
Jetzt, es ist mittlerweile 5 Uhr 21, hat der Regen bei 20&#176; Aussentemperatur wieder eingesetzt. 
<br />
 
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<br />
 
</p> 
      ]]></content>
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      <title>Indios, Indios, Indios (3)</title>
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      <published>2008-08-24T08:00:00Z</published>
      <updated>2008-08-24T08:06:45Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="der schw&#228;tzer von canan&#233;ia"
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        label="der schw&#228;tzer von canan&#233;ia" />
      <content type="html"><![CDATA[
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/can.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<br />
 
<br />
Einige Fakten finden sich in Diego Garcias <i>Mem&#243;ria de la Navigaci&#243;n</i>:&nbsp; Als der Verfasser dieses Buches im Jahre 1528 dem Schw&#228;tzer begegnet, findet er diesen von zahlreichen Frauen umgeben. Garcia z&#228;hlt sechs. Mit einer Armee von 1000 grausamen M&#228;nnern beherrscht der <i>Bacharel </i>von Canan&#233;ia die gesamte K&#252;ste S&#252;dbrasiliens. Die Indios auf dem Festland f&#252;rchten den weissen K&#246;nig, der mit seinen Soldaten &#252;ber benachbarte St&#228;mme herzufallen pflegt. Neugeborene werden in die Fl&#252;sse geworfen, Kindern die Kehle durchgeschnitten, Frauen der Bauch aufgeschlitzt, Alte gek&#246;pft. Lediglich junge, kr&#228;ftige M&#228;nner l&#228;sst er am Leben und verkauft sie an die Portugiesen oder Spanier. Bis zu 800 Indios nimmt er pro Streifzug gefangen. Der Handel floriert. Die unvorstellbare Grausamkeit, mit der Pessoa seinem Gesch&#228;ft nachgeht, beschert ihm einen derartigen Erfolg, dass sich der der Schw&#228;tzer gezwungen sieht, mit seinem wachsenden Hofstaat die Insel zu verlassen und auf das Festland hin&#252;berzuwechseln und dort die ber&#252;chtigte Sklavenstadt S&#227;o Vincente zu gr&#252;nden.
<br />
Seine Frauen sind Indios, seine Armee besteht aus Indios, er lebt unter Indios und macht sein Verm&#246;gen mit dem Handel von Indios. Am liebsten spricht der <i>Bacharel</i> von sich in der dritten Person. Und spricht viel. Nicht nur mit den Portugiesen. Auch einem Verkaufsgespr&#228;ch mit den Spaniern und Franzosen zeigt er sich nicht abgeneigt. Er vermittelt ihnen nicht nur Sklaven, sondern auch die Dienste seiner Indio-Armee.
<br />
 
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</p> 
      ]]></content>
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    <entry>
      <title>In Commemoratione Omnium Fidelium Defunctorum</title>
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      <id>tag:hanginglydia.skypaperpress.com,2008:index.php/site/index/1.711</id>
      <published>2008-08-23T10:13:00Z</published>
      <updated>2008-08-23T11:29:18Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="die wunderbare welt des dennis d."
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        label="die wunderbare welt des dennis d." />
      <content type="html"><![CDATA[
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/dd.gif" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<br />
 
<br />
 
<br />
Dr. Heleno, der wohlhabende und angesehene Gyn&#228;kologe, fand, als er am Abend vor Allerseelen nach der Arbeit nach Hause kam, einen anonymen Brief unter seiner Korrespondenz. Kaum ein Dutzend W&#246;rter befanden sich in jenem Umschlag: 
<br />
&#8222;Heleno, Rauls schwuler Arsch bereitet deinem Sohn Art&#234;mio die hellsten Freuden&#8220;, hiess es handgeschrieben auf dem Blatt, das Dr. Heleno aus dem Couvert zog.
<br />
Sp&#228;ter, als seine Frau schon schlief, zog er sich in seine Schreibstube zur&#252;ck, lud seinen Revolver, entsicherte ihn und dr&#252;ckte den eisigen Lauf an seine Stirn. 
<br />
&#8222;Was f&#252;r eine Schmach&#8220;, dachte der Familienvater und Anwalt. &#8222;Wenn das &#246;ffentlich wird, ist es um meinen Ruf geschehen.&#8220; Er dachte an seinen Sohn, den er nie gekannt, von dessen Existenz er nicht einmal gewusst hatte. Und er versuchte sich an das Frauenzimmer zu erinnern, das er ohne die gebotenen Schutzmassnahmen betreten hatte. Ausgerechnet er, der Gyn&#228;kologe.
<br />
Dann dr&#252;ckte Dr. Heleno ab.
</p>
<p>
<small>[Dieses Geschichtlein basiert auf der Erz&#228;hlung &#8220;Um homem de respeito&#8221; von <a href="http://dennis.d.zip.net">Dennis D.</a> Es handelt sich hierbei nicht um eine &#220;bersetzung, sondern um eine sehr freie Nacherz&#228;hlung mit eigenen Einsch&#252;ben und einem anderen Ende. Von Dennis D. stammt der Wortlaut des anonymen Briefs. Auch im Original stirbt der Arzt einen bedauerlichen Tod.]</small>
<br />
 
<br />
 
<br />
 
</p> 
      ]]></content>
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    <entry>
      <title>Erfrischungen</title>
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      <id>tag:hanginglydia.skypaperpress.com,2008:index.php/site/index/1.710</id>
      <published>2008-08-19T16:19:00Z</published>
      <updated>2008-08-19T16:49:58Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

      <category term="tempo / tempo"
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        label="tempo / tempo" />
      <content type="html"><![CDATA[
        <p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tc.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<small>13:20:</small>
<br />
Das heisse, aussergew&#246;hnlich schw&#252;le Wetter der letzten Tage hat mich krank gemacht. Hals- und Gliederschmerzen. Heute morgen erwachte ich nassgeschwitzt. Ich dachte, nun sei auch noch Fieber dazugekommen. Fehlanzeige. Das Thermometer draussen auf dem Balkon zeigt h&#246;here Temperaturen an als jenes, das ich mir unter den Arm klemmte.
</p>
<p>
Inzwischen ist ein angenehmer Wind aufgekommen. Jetzt kann ich sogar lesen, ohne dass mir der Schweiss von der Stirne in die Augen tropft. 
<br />
Vor mir liegen die Druckfahnen des neuen Buches von <a href="http://dennis.d.zip.net">Dennis D.</a>, dem ich nun ein Vorwort hinzuf&#252;gen darf.
<br />
Herrlich erfrischende Erz&#228;hlungen sind darin enthalten. Die Raumtemperatur pendelt sich bei angenehmen 26&#176; ein. 
<br />
 
<br />
 
<br />
 
</p> 
      ]]></content>
    </entry>

    <entry>
      <title>Grausam war dieser Mann. Und ein Plappermaul. (2)</title>
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      <id>tag:hanginglydia.skypaperpress.com,2008:index.php/site/index/1.709</id>
      <published>2008-08-19T10:12:00Z</published>
      <updated>2008-08-19T10:31:11Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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      <content type="html"><![CDATA[
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/can.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<br />
 
<br />
 
<br />
Gute Zungen wehren sich noch heute gegen die spanische Unterstellung, der Portugiese sei nichts gewesen als ein Mann, der viel und zu jeder unpassenden Gelegenheit drauflos plauderte. Die ihm Wohlgesonnenen behaupten, Cosme Fernandes Pessoa habe sich den Titel eines <i>bacharels </i>redlich an der Universit&#228;t von Coimbra abverdient, bevor er in k&#246;nigliche Ungnade fiel und auf der Insel von Canan&#233;ia ausgesetzt wurde. Sie f&#252;hren zahlreiche Dokumente an, die ihre Behauptung st&#252;tzen. Doch auf keinem dieser Bl&#228;tter findet sich Pessoas Name.
<br />
&#220;ber Cosme Fernandes Pessoa lassen sich viele furchtbare Dinge sagen und schreckliche Geschichten ranken sich um sein Leben. An Grausamkeit, so erz&#228;hlt man sich, war dieser Mann kaum zu &#252;berbieten. Aber dies ist der Titel, mit dem er in die Geschichte eingehen wird: Der Schw&#228;tzer von Canan&#233;ia. 
<br />
Cosme Fernandes Pessoa, der skurpellose und umnachtete <i>Bacharel von Canan&#233;ia</i>: ein Plappermaul?
<br />
 
<br />
 
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</p> 
      ]]></content>
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    <entry>
      <title>Dunkel ist der Geist, und schwarz wie die Nacht das Herz (1)</title>
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      <published>2008-08-18T15:51:00Z</published>
      <updated>2008-08-18T16:15:23Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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      <content type="html"><![CDATA[
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/can.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
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<br />
 
<br />
 
<br />
Am 15. August des Jahres 1527 verl&#228;sst die kleine Flotte des portugiesischen Deserteurs Diego Garcia den spanischen Hafen von Palos und nimmt Kurs auf S&#227;o Vincente, einem strategisch wichtigen St&#252;tzpunkt an der s&#252;dlichen K&#252;ste von S&#227;o Paulo. Von dort f&#228;hrt Garcia weiter zu der von Wilden bewohnten Insel Canan&#233;ia, vor der er am 15. Januar 1528 vor Anker geht. Am selben Tag noch (oder am Tag darauf, was k&#252;mmert die Tropen der christliche Kalender), trifft Diego Garcia auf die Gestalt des dunklen und umnachteten Cosme Fernandes Pessoa. Dunkel ist jedoch nur sein Geist und schwarz wie die Nacht sein Herz. Die Haut, die seinen K&#246;rper zusammen- und seine Seele gefangen h&#228;lt, ist braungebrannt aber unverkennbar weiss.
<br />
Das Bordbuch des Flottenkapit&#228;ns, das diese Begegnung schriftlich festh&#228;lt, erw&#228;hnt den Namen Pessoas nicht. Diego Garcia nennt ihn schlicht den &#8221;<i>Bacharel de
<br />
Canan&#233;ia</i>&#8221;.&nbsp; 
<br />
Pessoa ist kein studierter Mann. So viel wissen wir. Er ist ungebildet, ungehobelt, erfolgreich. Und er redet viel. Im Spanischen wird das Wort &#8221;<i>bacharel</i>&#8221; nicht nur in seinem akademischen Sinne verwendet, es bezeichnet auch jenes Individuum &#8221;<i>que habla mucho y fuera de prop&#243;sito y de tiempo</i>&#8221;.&nbsp; 
<br />
 
<br />
 
<br />
 
</p> 
      ]]></content>
    </entry>

    <entry>
      <title>Verkehrsl&#228;rm: mild</title>
      <link rel="alternate" type="text/html" href="http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/verkehrslaerm_mild/" />
      <id>tag:hanginglydia.skypaperpress.com,2008:index.php/site/index/1.707</id>
      <published>2008-08-17T08:21:00Z</published>
      <updated>2008-08-17T08:49:26Z</updated>
      <author>
            <name>Markus A. Hediger</name>
            <email>mhediger@gmail.com</email>
                  </author>

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      <content type="html"><![CDATA[
        <p>
 
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<img src="http://www.skypaperpress.com/lydia/images/uploads/tc.jpg" border="0" alt="image" name="image" width="110" height="110" />
<br />
 
<br />
 
<br />
 
<br />
<small>5:22:</small>
<br />
Eigentlich ist ja Winter auf der s&#252;dlichen Halbkugel. In Ushuaia, der s&#252;dlichsten Stadt S&#252;damerikas, ist der Himmel bedeckt und die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt. 32&#176; weiter n&#246;rdlich messe ich 24&#176; Celsius - nicht etwa in der warmen Stube, sondern draussen auf dem Balkon. Gestern kletterten die Temperaturen auf hochsommerliche 35&#176; und die Luftfeuchtigkeit bewegte sich auf die 90% zu. Noch ist es nicht so angenehm warm wie im November letzten Jahres, als ich in den fr&#252;hen Morgenstunden allein schon durch das Sitzen am Computer ins Schwitzen kam. Ich schrieb und hatte tats&#228;chlich den Eindruck, ich arbeitete.
<br />
Heute schwitze ich nicht. Ich will eine Geschichte &#252;ber eine sehr tugendhafte Frau schreiben, die einem Techtelmechtel nicht abgeneigt ist, viele Aff&#228;ren pflegt, aber sehr einsam ist. Noch bin ich unschl&#252;ssig, weil mir nicht etwa eine moralische (also naheliegende) Story vorschwebt, sondern etwas &#252;beraus reizendes: Einsamkeit als Lohn der Tugend. So etwa. Magie also.
<br />
 
<br />
Laue Luft weht durch das offene Fenster und tr&#228;gt einen auffallend milden Verkehrsl&#228;rm ins Wohnzimmer mit hinein. Man k&#246;nnte meinen, ein Gewitter z&#246;ge auf. 
<br />
Aber dann f&#228;llt mir ein, dass heute ja ein Sonntag ist.
<br />
 
<br />
 
<br />
 
</p> 
      ]]></content>
    </entry>


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