Als hätte ich mir einen Virus abonniert
überkam mich am Donnerstagabend, kaum waren wir in unserem Strandhäuschen in Cabo Frio angekommen, ein Schüttelfrost, auf den - wie vor fünf Wochen schon - hohes Fieber folgte. Allerdings blieb das Fieber diesmal allein, Fieber bei klarem Kopf, keine Schmerzen in den Knochen, einfach Fieber, bisweilen sich bis an die 40 Grad-Grenze heranzüngelnd (was mir dann doch einige Sorgen machte) und mir die Kräfte mit ordentlich Schweiss aus dem Körper waschend. Fakt ist, ich habe diese Woche wieder einmal keinen Finger rühren, kein Wort schreiben können. Es tut mir fürchterlich leid, bereits in der zweiten Woche die Leser der Fortsetzungsgeschichte “Avenida Perdida” auf nächste Woche vertrösten zu müssen. Das ist unsäglich unglücklich. Aber diese ganze Affäre bestätigt wieder einmal, dass die wirkliche Gefahr in den Tropen und den Breitengraden unmittelbar darunter oder darüber nicht jene ist, die man sieht. Die kleinen Biester, derentwegen man das Mikroskop erfand, sind giftig und hinterhältig, ein leimschnüffelnder Lausbub mit ‘ner 38er in der Hand wirkt dagegen geradezu süss.
