Buch der Verehrungen
Der Heilige und das Lachen, I (BdV)
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„Wenn ich sterbe, weine nicht“, soll Flavian seiner Geliebten ins Ohr geflüstert haben, bevor sie aufbrachen mit ihrer Horde und plündernd raubend mordend Dörfer überfielen. Sie stahlen Rinder, Schafe, Mädchen, steckten Häuser, Gerätschaften und Gesindel in Brand. Immer übermütiger wurden sie, immer grössere Armeen stellten ihnen nach. „Die Geschichte wiederholt sich“, warnte ein Bandenmitglied das Liebespaar und verriet Flavian und Brigida an die Behörden.
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Der Heilige und die Liebe, II (BdV)
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Ach, die Liebe. Wäre die Liebe nicht, verliefe manche Pubertät gemächlicher. Wäre die Liebe nicht, gäbe es keine Glocken, die zu Unzeiten läuteten. Wäre die Liebe nicht, müsste der arme Adalgar in hunderttausendfacher Ausfertigung seinen Namenstag nicht in einem dunklen Schrank kopfüber oder in einer eisigen Gefriertruhe nackt verbringen.
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Die Heilige und die Liebe, I (BdV)
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Das Kind sieht wonnig aus, wohlgenährt und süss, dass man es drücken will. Wer sich der Heiligen in der einfachen Kirche von Santa Joana nähert, bemerkt tiefe Falten und eingefallene Wangen im Antlitz der seligen Mutter. Alt schaut sie aus, alt war sie, eine alte Mutter. Und das Kind! Schaut das Kind! Einen weissen Verband hat man ihm ums Kinn hinauf um den Kopf herum gebunden, in den Nasen stecken Wattebällchen, die Augen sind mit Pflastern verklebt. Kann es sein?
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