27. März 2007. Countdown
Ein übelgelaunter Tag war das gestern. Noch sechs Monate habe ich, während denen ich mich mit meiner Arbeitgeberin herumschlagen muss. Ein erster Stichtag ist jedoch bereits in weniger als drei Monaten: Da werde ich bei den Stadtverwaltern vorsprechen müssen, um meine Ausreisebewilligung zu beantragen. D.h.: die Steuern für das laufende Jahr auf den Tisch legen. Dieses Papier ist notwendig, um Verträge auch ausserterminlich auf Ende September oder Oktober kündigen zu können.
Die grosse Unbekannte, die das Ausreisedatum hinauszögern kann, ist die brasilianische Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung. Als Vater einer Brasilianerin eine Formsache, dachte ich, doch meine neue Heimat verlangt einen Erwerbsnachweis in Brasilien. Sie will sicherstellen, dass ich dem Staat nicht auf der Tasche liege. Ein Problem, da ich in Brasilien nicht als Angestellter arbeiten will und folglich auch keine Arbeit suchen kann. Am Abend rief mein Freund an, der im Sommer nach Angola umziehen wird. Während dem Gespräch schlug er mir für das Problem eine offensichtliche Lösung vor. Wenn es zu klappen käme, müsste ich mich ohrfeigen, dass ich nicht von selbst darauf kam.
Doch das sind Äusserlichkeiten. Sie lassen sich regeln. Ich muss nur meinen Hintern bewegen.
Das ist das Gute an der Welt: Sie lässt sich anfassen und verändern.
