Sonntags in Rio

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... wird die Richtung Norden führende Fahrbahn am Strand gesperrt und für die Strandgänger freigegeben. Ein schöner Tag heute, nach der Umstellung auf Winterzeit letzte Nacht, waren die Menschen eine Stunde früher auf und genossen um 9 Uhr bereits angenehme 32 Grad. Der Strand von Ipanema ist gute vier Kilometer lang, hin und zurück in zwei Stunden, ein schöner Spaziergang.

(Aus den geplanten Videoaufnahmen der Girls von Ipanema wurde leider nichts. Eine liebe Freundin, die mir eine Anleitung für die Tarnung meiner Videokamera versprochen hatte, musste mich auf nächste Woche vertrösten.)

Die Tage seit der Einreise |
Markus A. Hediger am 17.02.2008
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30 Kubikmeter

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... sind doch tatsächlich angekommen und stehen jetzt auf 70 Quadratmeter verteilt. 

Die Tage seit der Einreise |
Markus A. Hediger am 15.02.2008
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Der Minutenmensch (4). Bildlichkeit und Liebe.

>>> Nachtrag zu Bio (6)

Die Internatserfahrung als sechsjähriges Kind wäre keine traumatische gewesen, hätte nicht jene katastrophalen Auswirkungen gehabt, die sich erst vierzehn Jahre später voll entfalten sollten, wäre das Internat kein christliches gewesen. Ich habe im Lauf der Jahre mit anderen Menschen gesprochen, die ebenfalls jung in ein Internat geschickt wurden, die es da auch nicht einfach hatten, aber heute lachend davon erzählen. Mir zieht es immer noch das Herz zusammen, wenn ich an meine Zeit dort denke.
Meine Eltern, obwohl streng gläubig, liebten die Menschen, mit denen sie arbeiteten, liebten die Erde, auf der sie lebten. In den Fotos meines Vaters entdecke ich oft eine Zärtlichkeit, die mich immer wieder überrascht. Oder anders ausgedrückt: Liebe begnügt sich nicht damit, in Worten ausgedrückt zu werden. Sie will werden, und schafft so Momente, die festgehalten werden wollen. In der Erinnerung, auf Fotos. (Was hätte mein Vater ohne seine Voigtländer getan? Gemalt vielleicht? Geschrieben sicherlich nicht. Für ihn ist das Wort ein Privileg des Religiösen, etwas, das im Spirituellen nur sich voll entfaltet. Ich stelle mir bisweilen vor, es hätte seine Fotos nie gegeben. Ich würde heute wohl mit ihm kaum mehr reden. Ich wüsste nicht, wo ich bei ihm sonst nach einem Beleg seiner Liebe suchen sollte.)
Im Internat arbeiteten Lehrer, die von der Mission aus Europa nach Brasilien geschickt worden waren, mit der einzigen Aufgabe, den Missionarskindern eine anständige Schulausbildung zu ermöglichen. Sie alle waren Christen - aber keine Missionare. Das heisst, keiner von ihnen hatte intensiven Kontakt zu Brasilianern, sie lebten auf einem nach aussen abgeschotteten Gelände, hatten nur uns Kinder, die sie zu erziehen hatten. In der Abgeschlossenheit nimmt das Christentum tyrannische Züge an. Es unterwirft sich und beherrscht jeden Quadratmeter innerhalb der Mauern: das kleine Stück Urwald auf dem Gelände, das man noch hatte stehen lassen, die Schlafräume und Schulzimmer, die Sportfelder, die Träume der Kinder. Um sich die Zeit zu vertreiben, stopfte der Internatsleiter Kröten und Vögel aus, die er auf dem Schulgelände fing. Die Regale in seinem Büro waren mit diesen präparierten Tieren vollgestellt. Wurden wir hineingerufen, mussten wir vor diesen Toten die Hosen runterlassen und bekamen vor ihnen eine Tracht Prügel verpasst. Als ich davon viele Jahre später meiner Mutter erzählte, weinte sie. Über die Prügel lache ich heute, über die toten Tiere nicht.

Der Minutenmensch |
Markus A. Hediger am 14.02.2008
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