Eine Woche Arbeit
Am 18. hiess es erst einmal, alles Überflüssige loszuwerden. 560 Kilo fuhren wir in die Kehrrichtverbrennungsanlage. Unglaublich, was sich für Müll innert weniger Jahre ansammelt… Es war eine Befreiungsfahrt, ein Triumph für die geläuterte Seele und den gereinigten Geist. Danach wurde geduscht, damit auch der Körper in Einklang mit dem Übrigen gebracht würde.
Und so sah unsere Wohnung am 19. Oktober aus: vollgepackt mit Kisten, die in den Container verladen werden mussten. (Eindrücklich war’s, weil mit einem Blick klar wurde, wie gross die Wohnung resp. das Haus wird sein müssen, das wir in Rio oder Umgebung zu suchen haben werden.)
Und so sah sie am Abend desselben Tages aus:
Samstag, Montag und Dienstag hiess es dann, die leergeräumte Wohnung zu putzen. Wer die Gründlichkeit Schweizer Liegenschaftsverwaltungen kennt, weiss, wie viel Arbeit das bedeutet. Bei der Wohnungsabnahme wird mit dem Finger an jeder Ritze gewissenhaft entlanggefahren (ja, das hat etwas sexuell-obsessives an sich), um sicherzustellen, dass auch ja überall ordentlich gebürstet worden ist. Nun denn, die Schlüssel hängen jetzt nicht mehr an meinem Bund, es ist getan.
Es folgen jetzt vier letzte, ruhige Wochen in der Schweiz. Zeit, Abschied zu nehmen und sich für den turbulenten Start in Brasilien vorzubereiten. :-)
Eine Woche Ruhe
Die letzten Monate waren unglaublich. Als wir Ende November (glaub ich, war’s) 2006 beschlossen, nun endlich nach Brasilien heimzukehren, hätte ich ich mir nie vorzustellen gewagt, dass die Vorbereitungen derart reibungslos ablaufen könnten. Im Dezember kam unser Töchterchen auf die Welt, raubte uns den Schlaf und half uns, uns aufs wirklich Wesentliche zu konzentrieren. Die Auswanderungsarbeit lief so nebenher (wenn ich auf das 2007 zurückblicke, sehe ich vor allem das Kind vor mir, dieses verzauberndste Wesen) und jetzt ist es soweit: Die Sachen sind gepackt, die nächsten Tage wird zwischen Wohnung und Kehrrichtverbrennungsanlage hin- und hergefahren, der ganze, überflüssige Plunder (es sind, Gott sei Dank, Berge!) in den Schlund der Abfallvernichtungsmaschine geworfen, am Freitag früh kommt dann der Lastwagen mit dem Container, in dem unser auf einen Drittel (na ja, sagen wir: die Hälfte) geschrumpften Haushalt die Reise übers Meer antreten wird. Danach heisst es die Wohnung putzen und übergeben, was am 23. Oktober stattfinden soll.
Ab Donnerstag, dem 18., schon werde ich übers Festnetz nicht mehr telephonisch erreichbar sein. Meine Mobilnummer wird am 31. Oktober deaktiviert, so dass ab dann vorübergehend nur noch per Email (oder Skype) kommuniziert werden kann. Ich habe - da wir die Tage bis zu unserer definitiven Abreise am 22. November bei meinen Eltern verbringen werden - für meinen Vater ein kleines Wireless-Netz installiert, damit ich ihn nicht ständig vom Computer schubsen muss, wenn ich meine Emails checken will.
Falls alles weiterhin so reibungslos verläuft wie bisher, werde ich mich am 24. Oktober hier wieder zurückmelden.
Es fühlt sich alles sehr, sehr gut an.
Vor 17 Jahren
Als Theologiestudent, kurz vor der Erleuchtung, die mir den Weg ins Deutsche Seminar beschien (dort wuchs mir der Bart dann noch etwas länger, das Haar bis an die Gürtellinie hinab, das Jacket wanderte in die Altkleidersammlung, der Rollkragenpulli blieb, ein paar Kilos kamen auch noch hinzu).