De consolatione philosophiae. Das 11. Kapitel der Wendeltreppe.
Überlegungen zum Wort und seinem Anfang als Geburtsstunde Pablos.
Alle elf Kapitel der “Wendeltreppe” in einem PDF >>>hier.
Überlegungen zum Wort und seinem Anfang als Geburtsstunde Pablos.
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Ich liebe Fiktion, und je deutlicher sie sich als solche ausweist, um so mehr liebe ich sie.
Fiktion - und darin besteht ihre wahre Grösse - lässt dem Leser immer ein unverschlossenes Hintertürchen, durch welches er sich aus ihr davonstehlen kann.
Fiktion - und darin äussert sich ihre Stärke - lässt keinen Zweifel daran, dass der Schriftsteller ihr nie entkommen kann.
In “Vain Art of the Fugue” (das Buch ist, so weit mir bekannt, auf Deutsch noch nicht erhältlich), von Dumitru Tsepeneag, Autor von “Hotel Europa”, versucht ein namenloser Mann mit dem Bus zum Bahnhof zu gelangen. Sein Versagen, diese anscheinend einfache Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, wird in jedem Kapitel neu erfunden. Der Bus wird in einen Unfall verwickelt, der Buschauffeur wirft ihn hinaus, fahrradfahrende Horden versperren die Strasse, der Namenlose landet aus keinem ersichtlichen Grund im Gefängnis. Manchmal verschwindet er spurlos oder strandet irgendwie am Meer.
Ein herrliches Lesevergnügen, da das Ende jedes Kapitels das Hintertürchen höflich dem Leser aufhält und ihn in die nächste Fiktion hineinwirft. Am Ende ist “Vain Art of the Fugue” mysteriöser als zu Beginn.
(Lohnende Exerzitien für jeden Schriftsteller.)

Liebe Franziska,
Weil Du Mamas beste Freundin bist, muss ich Dir wohl glauben. Auch wenn Deine Nachricht mich sehr beunruhigt hat. Ich durchquere gerade eine weite Wüste ganz aus weissen Dünen. Auf diesen Sand sind Häuser gebaut, die der Wind regelmässig davonweht. Hier lernte ich Esperanza in einem Sandsturm kennen. Als ich ihr jedoch die Haare aus der Stirn streichen wollte, zerfiel auch sie zu Sand. Es geht mir ganz elend, wie Du Dir vorstellen kannst. Und Mama sei so glücklich wie seit langem nicht mehr? Ganz sicher?
Der vergessene
Sohn
[Bild: Rittiner & Gomez]