Der 3. Lautsprecher

Auf einem Kanu auf einem der zahlreichen, ungezählten Nebenflüsse. Im Boot, die Nadel eines Plattenspielers auf der immer selben Platte. Im Heck der schweigsame Ruderer. Im Bug, knapp über Wasser, der Lautsprecher. Das Wasser trägt die Musik weit. Vergeblich weit, denn ausser diesem einen Ruderer ist ja keiner auf den Flüssen, an den Ufern, in den Wäldern. Die Zeit misst sich hier in der Zahl aufgebrauchter Batterien.

[Nun kommt einer und sagt: Und wenn dem Ruderer die Batterien ausgehen? Bleibt die Zeit dann stehen? Worauf es zweierlei zu sagen gäbe: In tropischen Wäldern wiederholt sich die Zeit im ewigen Aufblühen und Vergehen, im ständigen Wechsel von Trocken- und Regenzeit, Flut und Ebbe. Es sind verschiedene Rhythmen, denen sie folgt, aber die Schallplatte ist immer dieselbe. Verstummt sie, übernimmt der Ruderer die Melodie und singt.]

Stichwort: Das alte Lied

Sounds |
Markus A. Hediger am 02.04.2007
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Parallelwelten. Einschränkende Annahmen. Eine Idee.

Es gibt doch diese Vorstellung: von Welten, in denen Ich lebt, das andere Entscheidungen getroffen hat und in jeder dieser Welten ein anderes Leben verfolgt. In diesem Konzept haben unendlich viele Welten mit unendlich vielen Ichs Platz. Jeden Tag trifft Ich unzählige Entscheidungen und in jedem dieser Fälle hätte er sich auch anders entscheiden können. An jedem Entscheidungspunkt wird eine neue Welt aufgetan, in der jenes Ich fortlebt, das sich tatsächlich anders entschied. In dieser neuen Welt wird Ich ebenso mit Situationen konfrontiert, die Entscheidungen verlangen, die Ich trifft, oder eben nicht, worauf sich eine neue Welt auftut undsoweiter ad infinitum.
Zwei Gründe sprechen dagegen:
1. Viele Entscheidungen (die allermeisten) lassen Ich keine Wahl. Sie sind determiniert, vorherbestimmt, wenn man so will. Äussere und innere Zwänge haben vorgegeben, welche Entscheidung Ich treffen wird.
2. Als literarisches Modell taugt die Theorie nicht. Literatur verlangt ein mehr oder weniger übersichtliches (d.h. beschränktes) Universum. Sonst könnte man ja schreiben, was man will. Literatur lebt von inneren Zwängen, die das Wortgefüge zusammenhalten. (Und selbst wenn es auseinanderfallen sollte: Ein Roman ist nicht endlos: Das ist er nur in der Vorstellung des Lesers: Dort aber immer.)
Das Gegenmodell:
1. Es hält grundsätzlich an der Vorstellung von Parallelwelten fest. Aber sie werden nur in Fällen besonderer Entscheidungen geboren: Dann nämlich, wenn sie nicht vorherzusehen sind. Wo Zweifel auf beide Seiten gleichmässig ziehen und die Determinanten sowohl für die eine als auch für die andere Entscheidung gleich stark votieren. Damit bleibt die Zahl von Parallelwelten übersichtlich.
2. Jedes Ich lebt in seiner Welt in Unkenntnis der anderen Ichs weiter. Der Raum aber bleibt derselbe. D.h. es ist potentiell möglich, dass das Leben des einen mit demjenigen des anderen Ich interferiert.

Davon soll diese Geschichte handeln: Von Ich, der lebt, entscheidet, sich unwissentlich spaltet, fortlebt. Zufälle geschehen. Diese werden herbeigeführt durch Handlungen und Entscheidungen seiner Parallelichs. Man stelle es sich so vor: Wie ein Fischernetz. Jeder Faden ist ein Ich. Die Fäden kreuzen, verknoten sich. An diesen Knotenpunkten ist es sogar möglich, dass Ichs ihre Leben miteinander tauschen und Ich Ichs Leben weiterführt.

[Friedrich Dürrenmatt hat - in einem seiner Stoffe - dies bereits einmal durchexerziert: die verschiedenen F.D.s während einem Meteoriteneinschlag in Bern (ich finde die Stelle gerade nicht, kann mich auch nicht entsinnen, ob er darin die Möglichkeit einer Interaktion der unterschiedlichen F.D.s berücksichtigt hat). Wie auch immer: die Idee ist nicht neu. Mich interessiert vor allem, wie sich die oben skizzierte Idee sprachlich und logisch stringent realisieren liesse.]

Verlorene Schnipsel |
Markus A. Hediger am 02.04.2007
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Und hier die Berichterstattung von der Insel

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>>>Der Flugtext.

Varia |
Markus A. Hediger am 01.04.2007
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