Königin der Nacht. Silvana. Reiseskizzen
Kaum ist die Sonne hinter den felsigen Hügeln untergegangen, erheben wir uns vom Tisch. Silvana führt mich in die trockene Nacht hinein in die Steppe, geschickt vorbei an dornigen Sträuchern. Wir setzen uns in den dunklen Staub. Andere Liebende sind schon da, aneinandergekuschelt harren sie vor dem Kaktus aus, seit eine Knospe das Kommen ihrer Hoheit angekündigt hat. Einmal im Jahr, für eine Nacht nur, blüht der Kaktus im brasilianischen Sertão. Die Kunst, flüstert mir Silvana ins Ohr, besteht darin, dem dringenden Wunsch, die Blüte zu pflücken, zu widerstehen.
Die Minen von La Esmeralda. Diamantina. Die 2. Postkarte
Meine liebe Mama,
Wie geht es dem Papa? Nach einem erfrischenden Tagesmarsch durch dichten Busch bin ich in das kleine Städtchen gelangt, das den reizenden Namen La Esmeralda trägt. Reizend sind auch die Frauen hier und insbesondere jene, die sich Diamantina nennt. Ihre Augen leuchten wie Smaragde, ihre Haut und ebenso die Fingernägel sind schwarz wie Kohle. Sie arbeitet unter Tag und fördert edle Steine, wie alle in dieser Stadt. Gerade nimmt sie ein Bad, was mir Zeit lässt für diese Zeilen.
Ich schicke Dir einen dicken Kuss
Dein Sohn
[Bild von Rittiner & Gomez]
27. April 2007. Nägel mit Köpfen und dazu Tafelspitz
Ein wunderbarer Gastgeber, dieser P., und die Bestätigung des Eindrucks, dass das kein weisshaariges Monster ist, das einem da die Türe öffnet. Ausgiebig beschnuppert aber wird man unter seinem Dach schon.
Pläne geschmiedet. Bin sehr gespannt, wie sein heutiges Treffen mit Hartmut Abendschein verläuft. Je nachdem, welche Nägel eingeschlagen werden, werde ich noch glücklicher gen Rio ziehen.