Time flies
Er war dreissig und spielte mit Gedanken. Zum Beispiel mit der Zeit. Als Kind ist sie lang, als Erwachsener kurz. Das liegt daran, spielte er, dass die Minute für ein Kind im Verhältnis zur bereits zurückgelegten Zeitdistanz sehr viel länger ist als für einen Erwachsenen: für einen 5-jährigen, zum Beispiel, sechs Mal länger als für einen 30-jährigen. Mit anderen Worten: Will ein 30-jähriger seine Zeit ebenso effizient nutzen wie ein 5-jähriger, muss er alles sechs Mal schneller erledigen. Oder sechs Mal mehr in dieselbe Zeiteinheit packen. Intensiver leben.
Jetzt ist er siebzig. Die Zeit rast. Sie vergeht so schnell, dass er für alles, was er tut, sehr viel länger braucht. Das alles wäre halb so schlimm, wüsste er nicht, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt.
Ich wollte gehn
[Strecken, I]
Vom Hundertsten
Ins Tausendste
Vom Tausendsten
Ins Eine
Vom Einen
Dennoch zu Dir
Von Dir
Ins Schwärmen
Vom Schwärmen
Ins Aus
Vom Aus
Ins Lot
Von Lot
Viel Salz
Vom Salz
Ins Meer
Übers Meer
Zurück zu Dir
… Schienen sich legte …
... und wartete. Gelegentlich kam Mama Sala mit warmem Tee vorbei, setzte sich neben ihren Sohn aufs Gleisbett und berichtete ihm von den letzten Dingen.
“Dies ist nur mein Körper”, kommentierte Grap.
Worauf Mama Sala, immer wenn Grap dies so sagte, erwiderte: “Dies ist alles, was du bist.”
Stimmt nicht, dachte Grap dann, stimmt nicht.
Geduldig wartete er, bis Mama Sala ihren Tee getrunken hatte.
“Ich will jetzt alleine sein”, sagte er.
Nachdem sie ihm eine gute Nacht gewünscht hatte und endlich gegangen war, legte Grap den Kopf zur Seite, so dass sein linkes Ohr auf das Schieneneisen zu liegen kam, und das leise Rattern ferner Züge ...