Montag
"Das brennende Herz in der Soldatenbrust”. Ein Groschenroman. Ein Zitat, stellvertretend für das ganze Heft: “Deine Freundschaft ist mein Vietnam.”
Ein Wochenende nur hatten unsere Körper fürs Ineinander. Beim Abschied sagtest du: “Weine nicht.”
25. Januar 2007. Gott Vater
Ein kleines Zwischenspiel, ausgelöst durch ein Gespräch mit meiner Schwiegermutter, expansiv und fröhlich in ihrer Art aber ausgestattet mit einem feinen Gespür für Nichtgesagtes. Sie ist Psychologin.
Gestern, wir hatten gerade die Kleine schlafen gelegt, fragte sie, ob sie aufrichtig ihre Meinung sagen dürfe, es ginge dabei um ein für mich wahrscheinlich heikles Thema. Ich sagte natürlich zu, ich wollte vor ihr nicht als Drückeberger oder Feigling dastehen.
Kann es sein, fragte sie, dass nicht deine Eltern ein Problem mit deiner Rückkehr nach Brasilien haben, sondern du eins mit ihnen?
Wie sie das meine.
Bis heute, meinte sie, hätte ich mich davor gedrückt, sie mit klaren und deutlichen Worten über unsere – ja definitiv beschlossene – Rückkehr nach Brasilien zu informieren. Zuerst hätte ich Isabellas Geburt abwarten wollen. Jetzt sei sie auf der Welt. Dann den Besuch meiner älteren Schwester aus Brasilien. Sie sei jetzt da und bald wieder weg. Nun solle im Februar der geeignete Zeitpunkt dafür sein. Da liege irgendwo ein Hund begraben.
Ich reagierte heftig abwehrend. Aber die Kröte steckte jetzt in meinem Hals. Ich musste sie schlucken.
Wieder einmal ging es um meinen Vater, wieder einmal um das leidliche Thema Glauben, und – zum ersten Mal – um die Aufdeckung von unglücklichen Verstrickungen, die zu einer noch unglücklicheren Erzeugung eines verheerenden VaterGottesbildes führten und die emotional noch immer wirkten. “Dein Vater”, sagte die Psychologin Schwiegermutter abschliessend, “ist nicht Gott.”
(Wer mehr wissen will, frage per Email - ganz oben über “Kontakt” - nach. Hier mag ich mich nicht dazu äussern, zumal es für die meisten der Leser von keinerlei Interesse sein wird. Für mich bedeutet diese Erkenntnis einen enormen Durchbruch. Und macht mir das Herz leicht.)
Pseudonym
“The Riddle of the Traveling Skull”. Ein Krimi. Mit einem überraschend unwahrscheinlichen Ende, dass man das Buch noch einmal lesen muss. Man will als Leser ernst genommen werden. Gefährlich.
Nach deinen Irrfahrten, Messerstechereien, meinen Schmerzen, deiner Trunkenheit, dem einen Telegramm, willst du mir weismachen, alles füge sich wunderbar? “Ich liebe dich”, schreibst du. Ich frage die Briefträgerin, ob sie wisse, wer ich sei.