Das Ende der Welt
Das Ende, schreibt der Deserteur, wird mit ausserordentlicher Schönheit kommen. Wenn die Welt in Flammen steht, wird die Zeit fast zum Stehen kommen und wir werden in der Lage sein, die Dinge, die uns umgeben, wie kleine Gedichte zu lesen.
Dinge entstehen, indem wir sie von der Oberfläche lösen und ihnen Namen geben. Die Gefahr, die aus dem Norden droht, sagen die Vorgesetzten, besteht darin, dass sie die Oberfläche anders benennen als wir.
Mein Vorgänger hiess Bellelli.
Mato Grosso und das Eindeutige. I
Literatur dient der Flucht vor dem Eindeutigen.
Labrador und der Totenkult. II
Zu den Hintergründen:
Was bleibt einem in einem kalten Land ausser der Erinnerung an die Toten? Kein Spaziergang durch die borealen Wälder, ohne dass man über die moosüberwachsenen Grabsteine seiner Vorfahren stolperte, kein Blick in den Himmel, ohne dass man in den Wolken den Ruhm vergangener Zeiten erblickte.
Die wenigen verbliebenen Lebenden wollen erinnert werden. Die Erinnerung ist das einzige, was bleibt, wenn man stirbt. Man bleibt als Erinnerung in den Köpfen anderer. Daher auch die Sorge, nicht erinnert zu werden oder - noch schlimmer - in schlechter Erinnerung zu bleiben. Daher auch die Lethargie, in die das Volk von Labrador gefallen ist: Lieber nichts tun, als dafür beneidet zu werden. Lieber tatenlos zusehen, als für seine Taten gehasst zu werden.